Generalaudienz vom 14. April

In einigen Wochen geht, inmitten aller Turbulenzen um das Thema Missbrauch, das vom Papst ausgerufene Priesterjahr zu Ende. In seinen Katechesen will sich Benedikt bei seinen kommenden Generalaudienzen näher mit dem Priesteramt beschäftigen. An diesem Mittwoch machte er auf dem Petersplatz einen Anfang: Er erinnerte daran, dass der auferstandene Christus „den Aposteln die Vollmacht gegeben hat, zu taufen und zu lehren (vgl. Mt 28, 19f) sowie die Sünden zu vergeben (vgl. Joh 20, 23).“

„Heute wollen wir zunächst den Dienst des Lehrens betrachten. Der Priester als Lehrer – das heißt nicht, dass er sich selbst in den Vordergrund stellt oder irgendwelche Disziplinen abhandelt, die es gäbe, sondern er stellt sich in den Dienst Jesu Christi, der das Wort der Wahrheit selber ist. Denn die Grundfrage des Menschen ist ja, woher komme ich, wohin gehe ich, was soll ich tun? Nach diesen Grundfragen braucht er Antwort und die kann man sich nicht selbst ausdenken, sondern die Antwort muss aus der Wahrheit selbst, muss von Gott her kommen. Christus als das Wort Gottes hat es uns geschenkt und gezeigt. Der Priester verkündet sie, er steht im Dienst dieser Wahrheit, er propagiert nicht eigene Ansichten und Meinungen, sondern ist demütiger Diener dessen, was uns allen gemeinsam ist und uns allen den Weg bereitet. Das bedeutet natürlich nicht, dass er etwas fremdes, sozusagen neutral anbietet, sondern das verlangt, dass er innerlich in diese Wahrheit hineinwächst, sich von ihr formen lässt und dass er das Gemeinsame so weitergibt, dass es auch sein eigenes Leben geformt hat.“

Das könne mit sich bringen, „dass der Priester zuweilen Rufer in der Wüste ist, das heißt, dass er gegen die herrschenden kulturellen Tendenzen steht und dass er im Widerstand gegen eingefahrene herrschende Meinungen das verkündigen muss, was eigentlich der Weg des Menschen ist“, so Benedikt.

„Dabei ist dann wichtig, wie ich schon sagte, dass der Priester durch sein Leben selbst zeigt, dass er von der Wahrheit ergriffen ist, dass er nicht sich propagiert, sondern sich von ihr ständig neu kritisieren und umformen lässt – und durch seinen Prozess der Demut vor der Wahrheit und des Lebens in sie hinein sie glaubwürdig und vor allem auch gegenseitig und heute verständlich macht.“

Der heilige Pfarrer von Ars sei „uns gerade in seiner Schlichtheit ein Beispiel“, fuhr der Papst fort.

„Er hat keine gelehrten Theorien verkündet, aber er hat in die Wahrheit so hinein gelebt, dass er sie verstanden hat und dass er sie in ihrer Aktualität zu den Menschen überzeugend zu bringen vermochte. Wenn wir all das bedenken, sehen wir, dass der Herr den Priestern eine große Aufgabe anvertraut hat, hinter der sie immer zurückbleiben, aber die da doch nicht aufhört, eine grundlegende Aufgabe für diese Welt zu sein. Jeder Priester soll mit Herz und Mund und in der Heiligkeit seiner Lebensführung der Stimme Ausdruck geben, auf die wir warten, nämlich der Stimme unseres Guten Hirten Jesus Christus…

Von Herzen bitte ich euch, stets für gute Priester und um gute Priesterberufungen zu beten und den Priestern zu helfen, dass sie mehr lernen wirklich Priester zu sein. Dass sie den Leidenden, den Armen und den Bedürftigen ihm selbst zu begegnen. Der barmherzige Gott segne euch und eure Familien und schenke euch noch gesegnete Osterzeit!“ (rv)

Etwa vierhundert Menschen sind im Nordwesten Chinas bei einem verheerenden Erdbeben ums Leben gekommen; etwa 8.000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. An sie alle dachte an diesem Mittwoch auch der Papst von Rom aus – bei seiner Generalaudienz.

„Das starke Beben hat zahllose Verluste an Menschenleben, Verletzten und materiellen Schäden hervorgerufen. Ich bete für die Opfer und bin allen Menschen geistlich nahe, die von so schweren Katastrophen heimgesucht werden: Möge Gott ihre Leiden lindern und sie in diesem schwierigen Moment stärken! Ich hoffe, dass es nicht an breiter Solidarität fehlen wird…“

Vor den Tausenden von Pilgern bei seiner Audienz auf dem Petersplatz fand Benedikt XVI. auch ein paar Worte an die Polen, die ebenfalls von einer schweren Katastrophe heimgesucht wurden. Ihr Präsident Lech Kaczinsky und zahlreiche Mitglieder der polnischen Führung sind am Samstag bei einem Flugzeugabsturz in Russland ums Leben gekommen.

„Ich weiß, dass ihr Staatstrauer abhaltet wegen des Todes eures Präsidenten und der Personen, die ihn auf dem Flug begleiteten. Möge euch die Botschaft von Ostern trösten! Sie erinnert uns daran, dass „keiner von uns für sich selber lebt und keiner für sich selber stirbt, denn (…) ob wir leben oder ob wir sterben – wir gehören dem Herrn!“ (Röm 14,7) (rv/kirchenradio münchen)

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Published in: on 16. April 2010 at 18:31  Schreibe einen Kommentar  

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