Papst Benedikt XVI. besucht das Turiner Grabtuch

Trotz Wolkenhimmels über der Piazza San Carlo in Turin haben sich die Menschen dicht an dicht aneinander gereiht, um Papst Benedikt XVI. zu begrüßen, der an diesem Sonntag als Grabtuchpilger angereist ist. Während der Messfeier mit 25.000 Gläubigen auf dem größten Platz der Stadt nahm der Papst schon einmal Bezug auf das „Grabtuch Christi“, vor dem er am Sonntagnachmittag meditieren wird. Das Tuch rufe uns unmittelbar ins Gedächtnis, dass Jesus Christus auferstanden ist und uns alle in seiner Liebe vereinen will:

„In ihm sehen wir wie in Spiegeln unseren Schmerz im Leiden Christi. „Passio Christi. Passio hominis.“ Genau deswegen ist es ein Zeichen der Hoffnung: Christus hat das Kreuz auf sich genommen, um das Böse zu verhindern, um uns ahnen zu lassen, dass Ostern ein Vorgriff ist auf jenen Moment, in dem jede Träne getrocknet wird, in dem es keinen Tod und auch kein Leid oder Schreien oder Schmerzen mehr geben wird. […] Das erste wirklich Neue, was Gott gemacht hat, ist die Auferstehung Jesu, seine himmlische Verherrlichung. Es ist der Beginn einer ganzen Serie von „neuen Dingen“, an denen auch wir teilhaben. „Neue Dinge“, das ist eine Welt voller Freude, in der es kein Leiden gibt, weder Streit noch Hass, und in der alles Leid überwunden ist. Wo es nur die Liebe gibt, die von Gott kommt und alles verwandelt.“ An diesem Nachmittag wird Papst Benedikt mit Jugendlichen auf der Piazza San Carlo zusammentreffen. Im Anschluss wird er das Grabtuch im Dom von Turin besuchen. Weiter ist ein pastorales Treffen mit Kranken geplant. (rv)

Papst Benedikt XVI. betet vor dem Turiner Grabtuch

Papst Benedikt XVI. hat vor dem Turiner Grabtuch gebetet. Am Sonntag besuchte er die norditalienische Industriestadt, in der zurzeit das berühmte Leinentuch öffentlich gezeigt wird. Es gilt vielen als das im Johannesevangelium erwähnte Grabtuch Jesu und wird seit 1578 in Turin aufbewahrt. Der Papst nannte es in einer Meditation eine „Ikone“, das für die Verborgenheit Gottes am Karsamstag stehe. In einer Epoche der Weltkriege, Konzentrationslager und Atombombenabwürfen sei die Erfahrung der Verborgenheit Gottes heute von besonderer Aktualität, so Benedikt.

Das ist der Kern-Moment dieser eintägigen Reise nach Turin: Benedikt XVI. kniet im Dom vor dem Grabtuch Jesu, auf dem die Konturen eines Gekreuzigten aus der Antike zu sehen sind. Der Papst betet einige Minuten lang. Wenn dieses Tuch eine echte Reliquie Christi sein sollte, dann hat es womöglich Petrus als erster in Händen gehalten; heute meditiert der Nachfolger Petri vor dem Leinen. Es sei ein „Zeichen der Hoffnung“, hat Benedikt am Morgen bei einer großen Messe auf dem Karlsplatz von Turin gesagt: Wer das Tuch betrachte, erkenne in den Schmerzen Christi auch das eigene Leid. „Passion Christi – Passion des Menschen“, unter diesem Thema steht dieses Jahr die öffentliche Ausstellung des Grabtuchs.

„Das ist ein Moment, auf den ich lange gewartet habe“, sagt der Papst im Dom. „Ich habe schon mehrfach vor dem heiligen Grabtuch gebetet, aber diese Pilgerfahrt ist für mich besonders intensiv – vielleicht, weil mich das Verstreichen der Jahre noch sensibler macht für die Botschaft dieser außergewöhnlichen Ikone…“

Treffen mit Jugend
Der Pilger aus Rom warnt die jungen Leute aus Turin und Piemont vor einem falschen Gebrauch der Freiheit. Diese äußere sich nicht in flüchtigen Freuden des Augenblicks, sondern paradoxerweise gerade in verbindlichen Entscheidungen. Die vorherrschende individualistische Kultur behindere tiefere zwischenmenschliche Beziehungen – aber Jugendliche hätten von Natur aus ein Gespür für die „wahrhafte Liebe“, und diese werde durch den Glauben an Christus vermittelt. Der Papst lädt außerdem zum Weltjugendtag 2011 ein: Er findet vom 15. bis 21. August in Madrid statt.

Papst besucht die Kranken
Sonntagabend in Turin: Letzter Punkt im Papstprogramm ist ein Treffen mit alten und kranken Menschen. „Ihr leistet einen wichtigen Dienst“, sagt Benedikt: „Indem ihr eure Leiden mit dem gekreuzigten und auferstandenen Christus vereinigt, nehmt ihr Anteil am Geheimnis seines Leidens für das Heil der Welt… Ihr habt viel zu tun mit dem Schicksal der Welt – fühlt euch als wertvolle Teile es schönen Mosaiks, das Gott, der große Künstler, Tag für Tag mit eurer Hilfe zusammensetzt. Christus hat sich ans Kreuz schlagen lassen, damit von diesem Holz das Leben neu ausgeht. Das Böse und der Tod haben nicht das letzte Wort, denn aus Tod und Leiden kann das Leben auferstehen!“

Die öffentliche Ausstellung des Turiner Grabtuchs geht weiter bis zum 23. Mai. (rv)

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Published in: on 3. Mai 2010 at 11:13  Schreibe einen Kommentar  

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