2. Ökumenischer Kirchentag in München

Zum Zweiten Ökumenischen Kirchentag werden bis Sonntag in München mehr als 110.000 Dauerteilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet. Fest eingeplant ist die Teilnahme von Bundespräsident Horst Köhler sowie von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert. Auch mehrere Berliner Kabinettsmitglieder haben ihr Kommen zugesagt. Geplant sind fast 3.000 Veranstaltungen an 500 Orten zu den vier Themenschwerpunkten Wirtschafts- und Finanzkrise, Krieg und Frieden, interkultureller und interreligiöser Dialog sowie Kirchen und Ökumene. Einen in dieser Form einmaligen Kirchentagsgottesdienst gibt es am Freitagabend auf dem Odeonsplatz. 10.000 Mitfeiernde werden an 1.000 eigens dafür aufgestellten Biertischen Brot miteinander teilen, das zuvor bei einem orthodoxen Ritus gesegnet wurde. – Der 2. ÖKT in München steht unter dem Motto „Damit ihr Hoffnung habt“. Veranstaltet wird das Christentreffen wieder von dem in Bonn ansässigen Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) mit Sitz in Fulda gemeinsam mit den gastgebenden Ortskirchen, also dem Erzbistum München und Freising und der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Evangelischer Präsident des ÖKT ist der Mediziner Eckhard Nagel, katholischer Präsident ist der frühere bayerische Landtagspräsident Alois Glück, der an der Spitze des ZdK steht. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bezeichnete vor Beginn des 2. Ökumenischen Kirchentages junge Menschen als Motor der Ökumene. „Für junge Menschen ist Ökumene kein Aufreger, keine Frage von theologisch widerstreitenden Positionen. Für die meisten jungen Menschen ist Ökumene einfach selbstverständlich“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler am Montag in Düsseldorf. Für den BDKJ gelte die Ökumene-Haltung: „Wir wollen alles gemeinsam tun, was geht. Das was wir getrennt tun, müssen wir begründen.“ Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige betonte zwar, die Kirchen seien „zu neuen Ufern aufgebrochen“. Es mangele jedoch an einer „konkreten Vision“, so Feige in einem Interview der katholischen Kirchenzeitung „Tag des Herrn“. Während die katholische Kirche eine sichtbare Einheit erst nach vorheriger Lösung zentraler Fragen anstrebe, favorisiere die evangelische Kirche zunehmend eine wechselseitige Anerkennung bei bleibenden Differenzen, so Feige, der Mitglied der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer äußerte unterdessen mit Blick auf die Ökumene, er habe „die freundlichen Worte satt“ und verlangte Änderungen von katholischer Seite. Solange ausdrücklich ausgeschlossen sei, dass Katholiken der Einladung zum Abendmahl folgen können oder Protestanten der Einladung zur Eucharistie, bleibe er beim Begriff „Etikettenschwindel“ für die Ökumene, sagte Schorlemmer in einem Interview der Ulmer „Südwest Presse“ von diesem Dienstag. (kipa/kna)

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Published in: on 12. Mai 2010 at 21:24  Schreibe einen Kommentar  

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