Ökumenischer Kirchentag in München

ÖKT: Kirchentag diskutiert über die Krise
Das Thema Krise bildete am vergangenen Samstag einen Schwerpunkt des 2. Ökumenischen Kirchentags in München. Dabei soll die Verantwortung der Wirtschaft ebenso zur Sprache kommen wie Auswirkungen der Finanzkrise auf Entwicklungsländer. Basisgruppen haben für den späten Nachmittag zu einer Menschenkette zwischen einer evangelischen Kirche in der Münchner Innenstadt und dem katholischen Liebfrauendom aufgerufen. Mit der Aktion wollen sie der Forderung nach einer „gemeinsamen Mahlfeier“ von Katholiken und Protestanten Nachdruck verleihen. Am Abend gibt im Rahmen des Kirchentags Nena ein Live-Konzert auf der Theresienwiese. Das fünftägige Christentreffen in der bayerischen Landeshauptstadt steht unter dem Motto „Damit ihr Hoffnung habt“. Es geht am Sonntag zu Ende. Nach Angaben der Veranstalter haben sich 125.000 Dauerteilnehmer angemeldet. (pm/kna)

ÖKT: Zollitsch lobt den Kirchentag
Es waren gute Tage in München, die eine Kirche aller Generationen gezeigt haben. Das sagt zum Abschluss des Zweiten Ökumenischen Kirchentags, Erzbischof Robert Zollitsch, in München. Alt und Jung bildeten zusammen eine lebendige, neugierige und fröhliche Gemeinschaft, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Das mache Mut und erinnere uns daran, dass der Glaube viele Gesichter habe. Zollitsch:
„Es gab viele schöne Begegnungen hier in München. Mir ist aufgefallen, dass überall wo ich war die Botschaft durchkam, was das Gemeinsame ist und verbindet wichtig ist. Das Gemeinsame ist größer als das, was uns trennt. Das habe ich vor allem bei dem Podium mit dem evangelischen Präses Schneider erlebt. Wir haben gemeinsam aufgezeigt, was uns verbindet. … Deshalb bin ich sehr angetan, von dem, was die Veranstalter hier organisiert haben. Die Kritiken sind eher von den Medien hochgespielt worden.“ (rv/pm)

ÖKT: Bischöfe reagieren auf innerkirchliche Debatte
Die deutschen Bischöfe wollen die wachsende Debatte um den Zustand der Kirche aufgreifen. Ziel sei es, in den kommenden Jahren die Bedeutung des Konzils neu zu verdeutlichen, sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Samstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in München. Die Bischofskonferenz habe dazu bereits eine Arbeitsgruppe aus drei Bischöfen eingesetzt. Nach Kopps Angaben plant die Bischofskonferenz mit Blick auf den 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) eine „Reflexion“. Sie solle der Selbstvergewisserung dienen und die Bedeutung des Konzils herausarbeiten. Der Arbeitstitel laute „Kirche und öffentliches Leben“. Die weitere Ausgestaltung dieses Prozesses beginne im Sommer. (kna)

ÖKT: Merkel wünscht sich „selbstbewusste Christen“
Sie wünsche sich ein offensiveres Auftreten von Christen in der Gesellschaft, das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Ökumenischen Kirchentag gesagt. An diesem Freitag war sie Rednerin bei der Podiumsdiskussion „ Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung – Gibt es eine Formel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?“

„Liebe Kirchentagsbesucher, für etwas kurzsichtige Menschen wie mich ist das hier eine riesige Halle, aber danke, dass sie alle gekommen sind. Wir haben ja Glück, hier drin regnet es nicht.“

Es lag bestimmt nicht nur an dem schlechten Wetter: Die Halle C 1 des Ökumenischen Kirchentagsgeländes war schon lange bevor die Bundeskanzlerin den Saal betrat, überfüllt. 6.000 Menschen waren gekommen, um diese Kernveranstaltung zu erleben und die Worte von Angela Merkel zu hören. Was ist das Fundament, das unsere Gesellschaft zusammenhält?

„Unsere Gesellschaft lebt von Voraussetzungen, die sie selber gar nicht schaffen kann und eine dieser ganz wichtigen Voraussetzungen, die ist zweifelsohne das Christentum. Das Christentum hat unser Land geprägt, unseren Kontinent, den ganzen europäischen Kontinent (…) Ich sage nicht, dass man nicht anderswie auch darauf kommen kann, aber bei uns in Deutschland ist man ganz klar durch das Christentum in diese Wertvorstellung gekommen, das bedeutet, dass man weiß, Freiheit bedeutet nicht Freiheit von etwas, sondern Freiheit bedeutet, die Freiheit von Gott gegeben zu bekommen durch seine Schöpfung für etwas, sich für jemanden anderen einzusetzen, für eine Sache einzusetzen und das ist vielleicht die wichtigste Quelle des Zusammenhalts.“

Zeiten der Verunsicherung, der Titel der Diskussion lässt sich nicht nur auf die Finanzkrise münzen. Während des Kirchentages ist ein zentrales Thema die Missbrauchskrise. Dazu sagte die deutsche Bundeskanzlerin:

„Mein Wunsch wäre, den spüre ich aber auch in der katholischen Kirche, aber auch in den anderen Bereichen, wo das vorgekommen ist, dass wir mit gutem Gewissen sagen können, wir haben den Opfern, das wiedergegeben, was überhaupt nur möglich ist, nämlich wo immer möglich Strafe zu haben und wo etwas passiert ist, aber auch gesellschaftliches Mitgefühl für die, die das erleiden mussten.“ (rv/pm/kna)

ÖKT: „Altes neu entdeckt“ – orthodoxe Vesper in München
Bei einer orthodoxen Vesper auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag haben rund 20.000 Christen verschiedenster Konfessionen gesegnetes Brot geteilt. Zu den Gästen gehörten auch Münchens Erzbischof Reinhard Marx, der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich und der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos von Deutschland. Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Kirchentagspräsident Alois Glück wertete die Feier als einen „großen Schritt“ zur wachsenden Einheit zwischen den Kirchen. (rv)

ÖKT: Riccardi macht Vorwürfe
Sant’Egidio-Gründer Andrea Riccardi hat den Kirchen einen zu starken Selbstbezug vorgeworfen. Auch seien sie zu reich, sagte der Karlspreisträger am Freitag beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München. „Wenn die Kirchen sich nur noch mit sich selbst befassen, begehen sie Selbstmord.“ Riccardi forderte die Christen in Europa auf, stärker aus der Kraft des Evangeliums zu leben, die Frohe Botschaft zu verkünden und Solidarität mit den Armen zu praktizieren. (kipa)

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Published in: on 16. Mai 2010 at 09:41  Schreibe einen Kommentar  

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