Zum Mord an Bischof Padovese

ord an Bischof Luigi Padovese: Entsetzen und Fassungslosigkeit
Der Vorsitzende der Türkischen Bischofskonferenz ist am Donnerstag in Iskanderun erstochen worden. Tatverdächtiger ist sein Fahrer Murat A. Er wurde offenbar mit der Tatwaffe festgenommen. Der Fahrer, der kurdischer Herkunft und katholisch ist, arbeitete offenbar seit viereinhalb Jahren für den Bischof; er soll in psychologischer Behandlung gewesen sein. Nach türkischen Medienberichten gibt der 26-Jährige an, er habe aus einer „göttlichen Eingebung heraus“ gehandelt. Die türkischen Behörden vermuten „persönliche Motive“ hinter der Bluttat. Aus aller Welt kommen erschütterte Reaktionen auf die Bluttat in der Türkei. Unterwegs nach Zypern sagte Papst Benedikt XVI. im Flugzeug:

„Selbstverständlich bin ich tief erschüttert über den Mord an Monsignore Padovese. Er hatte einen großen Anteil an den Vorbereitungen der Synode gehabt. Auch in der Synode selbst sollte er eine elementare Rolle übernehmen. Wir vertrauen Gott seine Seele an… Dieser Schatten hat nichts zu tun mit den wirklichen Themen der Reise, wir dürfen diese Tat nicht der Türkei oder den Türken zuschreiben. Es ist eine Tat, über die wir noch sehr wenig wissen. Sicher ist nur, dass es kein politisches oder religiöses Attentat war, sondern es handelt sich um persönliche Motive. Wir warten das vollständige Bild ab, aber wir dürfen diese tragische Situation jetzt nicht mit dem Dialog mit dem Islam vermengen und anderen Problemen unserer Reise. Es ist ein so trauriger Vorfall, aber er darf in keiner Weise den Dialog verdunkeln, der das Thema und die Intention dieser Reise ist.“

Die Deutsche Bischofskonferenz fordert eine zügige und lückenlose Aufklärung des Mordes. Der Konferenzvorsitzende Erzbischof Robert Zollitsch spricht in einem Statement von einem „brutalen und feigen Mord“. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner bewertet den Tod Padoveses als großen Verlust für die Katholiken in der Türkei. Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zeigt sich „zutiefst erschüttert“. Der Mord an Bischof Padovese ist eine „doppelte Katastrophe“, meint der Missio-Experte in der Türkei, Ottmar Oehring:

„Es ist eine menschliche Tragödie, es ist aber auch eine Katastrophe für die Kirche und damit für die Gläubigen. Sie sind jetzt in gewisser Weise führungslos.“

Oehring ist fest davon überzeugt, dass die Tat persönlich motiviert war, auch wenn die äußeren Umstände zunächst auf einen antichristlichen Mord hinwiesen. (rv/diverse/terrasanta.net/domradio)

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Published in: on 5. Juni 2010 at 14:12  Schreibe einen Kommentar  

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