Benedikt XVI. besucht das Grab seines Vorgängers Coelestin V. zum 800. Geburtstag

Krönung Papst Coelestins V.

Papst Benedikt XVI. besucht an diesem Sonntag das mittelitalienische Sulmona. Anlass ist der 800. Geburtstag von Papst Coelestin V., der lange Zeit nahe der Abruzzen-Stadt als Einsiedler lebte. Laut Programm will Benedikt XVI. vor den Reliquien des Heiligen in der Krypta der Kathedrale beten. Zentrales Ereignis der 19. inneritalienischen Reise von Benedikt XVI. ist am Vormittag eine Messe unter freiem Himmel in der Innenstadt von Sulmona und ein Treffen mit Jugendlichen.
Mit einem Besuch am Grab Coelestins wird Papst Benedikt XVI. einmal mehr die Aufmerksamkeit auf einen seiner Vorgänger lenken, der eine der außergewöhnlichsten Figuren ist, die je auf dem Stuhl Petri saßen. Und obwohl Rom und seine Umgebung an Papstgräbern nicht arm ist, ist es bereits sein zweiter Besuch am Grab dieses Papstes. Im letzten Jahr hatte er dort als Zeichen der Verbundenheit sogar sein Pallium niedergelegt. Grund genug für uns, zu fragen, was so besonders an diesem mittelalterlichen Papst war. Pater Klaus Schatz, emeritierter Professor für Kirchengeschichte an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen:

„Er war ein Einsiedler und stand im Ruf der Heiligkeit. Er wurde von vielen Kreisen überschwänglich begrüßt als der Engelspapst, der Papa Angelicus. Aber es zeigte sich bald, dass er auf dem glatten Parkett der Politik völlig überfordert war und ein so kompliziertes Instrument, wie es die römische Kurie schon am Ende des 13. Jahrhunderts war, nicht in den Griff bekam.“

So trat er zurück, einige Historiker behaupten, er tat dies nicht freiwillig. (rv)

Gefängnis von Sulmona

Im Rahmen der Papstvisite an diesem Sonntag wird Benedikt XVI. auch das Gefängnis von Sulmona besuchen. Unsere italienischen Kollegen haben sich dort schon einmal umgesehen und mit einigen Insassen gesprochen. Franco aus Messina ist seit 17 Jahren in Strafhaft. Im Interview mit Radio Vatikan spricht er davon, welche Rolle der Glauben bei einer inneren Reinigung spielen kann:

„Der Glaube hilft und das Leiden verfeinert. Mir ist die Idee fern, dieseBeschränkung nur als Beschränkung wahrzunehmen. Es gibt eine innere Freiheit, die auch an einem geschlossenen Ort wie diesem erfahren werden kann. Wenn du Vertrauen und Glauben hast, hast du eine andere Perspektive, bist innerlich frei.“

Franco ist Teil der Delegation, die Papst Benedikt XVI. am Sonntag treffen wird. Der Papstbesuch sei für ihn eine Bereicherung, so Franco. Und er spricht von der Kraft der Vergebung: (rv)

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Published in: on 4. Juli 2010 at 22:20  Schreibe einen Kommentar  

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