Papst in Spanien

Messe auf der Plaza del Obradoiro: „Europa, öffne dich für Gott!“
Erste Etappe von Benedikts Apostolischer Visite war an diesem Samstag Santiago de Compostela. Dort feierte der Papst anlässlich des Heiligen Compostelanischen Jahres eine Messe mit Gläubigen auf der Plaza del Obradoiro: „Europa muss sich Gott öffnen, muss ohne Angst heraustreten hin zur Begegnung mit Ihm, muss mit seiner Gnade für die Würde des Menschen arbeiten“, erinnerte er an einem der historischen Kreuzungspunkte Europas, ähnlich wie schon sein Vorgänger Papst Johannes Paul II. Einheit und Glauben seien wichtige Stützen für die Zukunft des Kontinents. Dass sich im 19. Jahrhunderts in Europa die Überzeugung durchgesetzt habe, Gott sei ein „Gegenspieler des Menschen und Feind seiner Freiheit“, sei eine „Tragödie“. Bereits auf dem Flug nach Santiago hatte Benedikt XVI. vor Journalisten einen „aggressiver Laizismus und Antiklerikalismus“ beklagt; der neu gegründete Rat für Neuevangelisierung sei für Spanien deshalb besonders wichtig. (rv)

Unter begeisterter Anteilnahme Tausender Gläubiger und imposanten Orgelklängen hat Papst Benedikt um die Mittagszeit die Kathedrale von Santiago besucht. Er trat über die Heilige Pforte, die aus Anlass des Pilgerjahres geöffnet ist, erhielt bei seinen Rundgang in der prachtvollen Kirche kurzzeitig eine braune Pilgerpelerine mit Jakobsmuschel um die Schultern gelegt, stieg über enge, von Abermillionen Pilgerfüßen abgeschliffene Treppen in die Krypta und betete am Grab des Apostels Jakobus. Wie Jakobspilger es machen, umarmte er danach die Statue des Apostels. In Anspielung darauf bezeichnete er in seiner Ansprache die Kirche als „Umarmung Gottes“. (rv)

Pilgerschaft und Schönheit: Im Zeichen dieser beiden Themen sieht Papst Benedikt XVI. selbst seine Visite in Spanien. Wie Benedikt bei der Pressekonferenz im Flugzeug sagte, die bei Papstreisen mittlerweile Gewohnheit geworden ist, hätten beide Themen zusammen eine Botschaft: „Unterwegs sein, den Weg des Glaubens nicht verlieren, die Schönheit des Glaubens finden, die Neuheit und die Tradition des Glaubens, der sich in der modernen Schönheit, in der Welt von heute auszudrücken und zu treffen weiß“. (rv)

Im Flugzeug vor Journalisten auf dem Weg nach Santiago de Compostela sprach Benedikt XVI. von einer „aggressiven“ antiklerikalen Haltung, die sich in Spanien ausbreite. Alles andere als aggressiv war dagegen der Empfang in Santiago de Compostela. Unser Korrespondent Mario Galgano hat die Ankunft des Papstes am Straßenrand miterlebt, wo tausende Menschen ihm zujubelten. Was für eine Stimmung! Galgano:

„Zur Begrüßung des Papstes hatten sich bei nebeligem, herbstlichem Wetter mehrere hundert Menschen auf dem Flughafen und weitere tausend auf der Strecke zur Stadt eingefunden, die den Papst mit „Benedetto“-Rufen begrüßten. Es war eindrücklich. Ich würde sagen, ein wahres Freudenfest. Der Papst hatte die zwölf Kilometer lange Strecke zur Kathedrale im „Papamobil“ zurückgelegt und immer wieder hielt der Wagen kurz an, um kleine Kinder zu segnen. Das haben wir auf einem Großbildschirm gesehen.“

„Mit dem Besuch der Pilgerstätte reiht sich der Papst unter all jene ein, die im Laufe der Jahrhunderte bereits nach Santiago de Compostela gekommen waren. Er wird hier nicht unbedingt als DER Star gefeiert. Ich würde vielmehr sagen, dass die Pilger – ob religiös-motivierte Gläubige oder sportbegeisterte Wanderer – den Papst als einer von ihnen betrachten, der aber gleichzeitig der Vertreter aller hier anwesenden ist.“ (rv)

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Published in: on 8. November 2010 at 11:56  Schreibe einen Kommentar  

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