Zur Katastrophe in Japan

Der Vatikanische Nuntius berichtet aus dem Erdbebengebiet
In Japan hat es an diesem Samstag eine schwere Explosion im Kernkraftwerk Fukushima gegeben. Jetzt droht Japan nach dem verheerenden Erdbeben und dem anschließenden Tsunami von vergangenem Freitag auch noch eine atomare Katastrophe. Papst Benedikt der XVI. hat bereits in einem Telegramm den Opfern seine Anteilnahme ausgedrückt. Es sei wohl die schlimmste Katastrophe, die man sich vorstellen könne, sagt der Apostolische Nuntius in Tokio, Erzbischof Alberto Bottari de Castello. Er berichtet in einem Telefonat mit Radio Vatikan, dass die Hilfe bereits angelaufen ist:

„Im ersten Moment hatte ich wirklich Angst: ich rannte herum, während alles runterfiel, legte mich auf den Boden, die Möbel haben sich bewegt und man weiß gar nicht mehr, was man tun soll. Gerade eben habe ich einen Anruf von Cor Unum bekommen: Im Namen des Heiligen Vaters sind bereits 150.000 Dollar sofort zur Verfügung gestellt worden. Das sind zwar kleine Fische im Hinblick auf die Größe dieser Katastrophe, aber es ist wenigstens etwas. Immerhin ist es ein Zeichen des Heiligen Vaters, das uns Mut macht.“

Der Bischof von Sendai hat unterdessen gesagt, dass es derzeit viele Nachrichten rund um das Erdbeben und die Tsunami-Welle gebe, doch man müsse Ruhe bewahren und „alle Hilfsleistungen richtig durchführen“. Das würde mehr nützen anstatt schnell und ungezielt zu Handeln, so der Bischof. (rv)

Papst Benedikt XVI. versichert allen Opfern des Erdbebens in Japan seiner Nähe und seines Gebets. Dies schrieb im Auftrag des Papstes Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone dem Präsidenten der Japanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Leo Jun Ikenaga. Den Papst haben die Beben und Tsunamis sehr betrübt und er bete für die Verstorbenen und die Trauernden. Besondere Solidarität drückte der Papst für diejenigen aus, die in dieser schwierigen Zeit die Opfer der Katastrophe unterstützen. (rv)

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat den Opfern des Erdbebens und des Tsunamis in Japan sein Mitgefühl und seine Solidarität ausgesprochen. „Ich verneige mich in tiefer Trauer vor den Opfern dieser tragischen Katastrophe und versichere Ihnen, den Verletzten und den Angehörigen der Toten meines fürbittenden Gebets“, schreibt der Erzbischof in einem Brief an den Vorsitzenden der Japanischen Bischofskonferenz. „Die Überlebenden brauchen in den kommenden Wochen und Monaten dringend unsere geschwisterliche und großherzige Hilfe. Ich bitte die Gläubigen in unserem Land, Ihre Kirche und alle von der Katastrophe betroffenen Menschen im Gebet aber auch mit finanziellen Mitteln zu unterstützen und so im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Not nach dem Unglück zu lindern.“(pm)

Mit einem Gedenken für die Opfer der japanischen Erdbebenkatastrophe begann am Samstagmorgen im Wiener Stephansdom der „Tag der liturgischen Dienste“, zu dem sich mehr als 1.400 Frauen und Männer versammelt hatten. Kardinal Christoph Schönborn entzündete eine Kerze. Diakon Martin Sindelar sagte, die ursprünglich als Schmuck der Versammlung bestimmte Kerze brenne jetzt den ganzen Tag für die Opfer des Erdbebens, das Tod, Zerstörung und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe über Japan gebracht, aber auch unzählige Menschen in Trauer, Angst, Schmerz und Obdachlosigkeit gestürzt habe. (kathpress)

Mit großer Sorge betrachtet Caritas international die Auswirkungen der außergewöhnlich hohen Tsunami-Welle auf andere Pazifikländer wie Indonesien und die Philippinen. Caritas-Mitarbeiter in Indonesien träfen derzeit Vorkehrungen für das erwartete Auftreffen der Tsunami-Welle im Nordosten des Landes. Es sei zu befürchten, dass einige Pazifik-Inseln vollständig überflutet werden könnten, so die Hilfsorganisation. (pm)

Eine Kampagne der Solidarität startet die Caritas am kommenden Sonntag in allen Kirchen des Landes. Die Initiative schließt auch Schulen, Vereine und andere katholische Organisationen mit ein, so Caritas-Direktor Daisuke Narui. Dabei sollen Spenden für die von der Katastrophe betroffenen Menschen gesammelt werden. Laut Daisuke hat die Caritas sofort nach der Katastrophe mit dem Planen des Hilfseinsatzes begonnen. Allerdings sei es schwierig, Informationen aus den betroffenen Gebieten zu bekommen, da Telefon- und Stromleitungen unterbrochen sind. Der Direktor hat weiter daran erinnert, dass es die Aufgabe aller sei, vor allem schwachen Menschen wie Senioren, Flüchtlingen und Obdachlosen Liebe und Solidarität zu zeigen. In diesem Moment müssten wir Einigkeit zeigen und jedem leidenden Menschen nahe sein, so Daisuke. (fides)

Hilfe für die japanischen Kinder fordert der australische Erzbischof Philip Wilson, Präsident der Konferenz der Bischöfe Australiens. Wilson hat die Caritas Australiens aufgefordert, sofort mit Hilfstransporten zu beginnen. Auch der Präsident der Hilfsorganisation Save the Children, Charles F. MacCormack, hat Hilfe für die betroffenen Kinder angekündigt. Die Organisation werde den Bedürfnissen der Kinder sowie den Hilfslieferungen oberste Priorität einräumen, so MacCormack. Mit dem Einsatz müsse so schnell wie möglich begonnen werden, um den Kindern dabei zu helfen, den Schock der Katastrophe zu überwinden. (fides)

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Published in: on 28. März 2011 at 11:57  Schreibe einen Kommentar  

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