Bischof Vangheluwe hat Belgien verlassen

Der im vergangenen Jahr wegen Kindesmissbrauchs zurückgetretene Bischof Roger Vangheluwe hat Belgien auf Wunsch des Vatikan verlassen. Aus einer Pressemitteilung der Vatikanbotschaft in Brüssel geht hervor, dass sich der frühere Bischof von Brügge auf Anweisung der Glaubenskongregation einer spirituellen und psychologischen Behandlung unterziehen werde. Weiter heißt es in der Mitteilung, dass der Bischof seit seinem Rücktritt an verschieden Orten ohne festen Wohnsitz gelebt habe. Hintergrund sind Meldungen in der flämischen Presse, nach denen Gruppen von Personen auf der Suche nach dem Bischof seien und dieser angeblich Zuflucht in der Nuntiatur gefunden habe. Wohin sich der Bischof begeben hat, wurde nicht mitgeteilt. (rv)

Ergänzungen:
Der wegen Kindesmissbrauchs zurückgetretene Bischof Roger Vangheluwe ist in ein Kloster in der Loire-Region in Frankreich gezogen. Wie belgische Medien am Montag berichteten, folgte der frühere Bischof damit einer Forderung des Vatikans. Die Glaubenskongregation hatte zuvor laut einer Mitteilung der Apostolischen Nuntiatur in Belgien entschieden, zwar seien die Missbrauchsvorwürfe gegen Vangheluwe verjährt; dennoch müsse er Belgien verlassen und sich einer spirituellen und psychologischen Behandlung unterziehen. Die Vatikan-Entscheidung zu Vangheluwe stieß in Belgien auf Kritik. Der Kirchenjurist und christdemokratische Politiker Rik Torfs sprach in der Zeitung „De Morgen“ von einer zu milden Strafe. Sie erwecke den Eindruck, dass es eher darum gehe, die Reihen zu schließen, als Gerechtigkeit walten zu lassen. Der frühere Sprecher der Belgischen Bischofskonferenz, Jürgen Mettepenningen, sagte, das Urteil werde den Opfern nicht gerecht. Der 74-jährige Vangheluwe hatte Ende April 2010 zugegeben, zwischen 1973 und 1986 seinen Neffen sexuell missbraucht zu haben. Papst Benedikt XVI. hatte daraufhin Vangheluwes Rücktritt unverzüglich angenommen. (kna)

Der wegen sexuellen Missbrauchs zurückgetretene belgische Bischof Roger Vangheluwe darf vorerst keine priesterlichen Aufgaben in der Öffentlichkeit mehr wahrnehmen. Das teilte Vatikansprecher P. Federico Lombardi mit. Allerdings sei eine endgültige Entscheidung der Glaubenskongregation über die Zukunft des Bischofs noch nicht gefallen. Der frühere Bischof von Brügge musste Belgien auf Weisung der Glaubenskongregation verlassen und sich in geistliche und psychologische Behandlung begeben. Während dieser Zeit sei dem 74-Jährigen jede öffentliche priesterliche und bischöfliche Tätigkeit untersagt, erklärte Lombardi. Der Vatikan habe dem Bischof die Therapie verordnet, um Anhaltspunkte für eine endgültige Entscheidung zu erhalten. Dabei seien auch das Leiden der Opfer sowie Erfordernisse der Gerechtigkeit zu berücksichtigen, hob Lombardi hervor. (rv)

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Published in: on 1. Mai 2011 at 13:08  Schreibe einen Kommentar  

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