Weltwoche für den Frieden in Palästina und Israel

Weihbischof William Hanna Shomali

Bischof Shomali: „Christen stiften Frieden im Heiligen Land“
In mehr als 20 Ländern beginnt an diesem Samstag die diesjährige „Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel“. Unter dem Motto „Es ist Zeit“ beteiligen sich Kirchen aller Konfessionen und christliche Menschenrechtsorganisationen an der vom Weltkirchenrat (ÖRK) ins Leben gerufenen Aktionswoche. Mit Gebeten und anderen Initiativen setzen sich die Veranstaltungen für einen gerechten Frieden im Nahen Osten ein. Derweil verwies William Hanna Shomali, neuer Weihbischof des lateinischen Patriarchates in Jerusalem, im Interview mit uns auf die friedensstiftende Funktion der Christen im Heiligen Land. Für die Region sei gerade deshalb ihre verstärkte Abwanderung fatal:

„Die meisten Exilanten aus dem Heiligen Land sind Christen; zum Beispiel gibt es in Chile 300.000 Christen palästinensischer Herkunft. Wenn die wenigen Verbliebenen auch noch abwandern, bedeutet das eine Armut für das ganze Land. Wir haben nämlich einen mäßigenden Einfluss auf diese Region und das wissen alle: Auch die Moslems und die Juden. Deshalb müssen wir unsere Gemeinschaften davon überzeugen, dass ihre Präsenz hier kein Verhängnis ist, sondern eine Gnade, eine Mission, eine Berufung.“ (rv/kna)

Published in: on 28. Mai 2010 at 23:09  Schreibe einen Kommentar  

Rückschau: Papstreise nach Israel – ein Jahr danach

Am letzten Freitagabend ist Papst Benedikt aus Portugal nach Rom zurückgekehrt – heute jährt sich allerdings der Schlusspunkt einer anderen Papstreise, nämlich der Israelreise Benedikts XVI. im Mai 2009. Was ist geblieben von der mit viel Spannung erwarteten und von vielen Hoffnungen begleiteten Papstreise ins Heilige Land? Hat die Visite einen Nachhall hinterlassen oder gar Veränderungen auf dem von Schwierigkeiten gezeichneten Stückchen Erde bewirkt? Diese Frage haben wir vor Ort gestellt und von Kimanteri Dartemius in Bethlehem folgende Antwort erhalten:

„Er kam für einige Stunden zu uns nach Bethlehem und hat in der Geburtskirche Messe gefeiert. Es konnten sogar Christen aus Gaza kommen und mitfeiern. Ich glaube, das war eine wesentlich innigere Begegnung als in Jerusalem, wo der Sicherheitsaufwand sehr groß war. Die Menschen in Bethlehem waren fröhlich! Und auch, wenn die Botschaft des Friedens für die Welt, die der Vatikan vertritt, nicht bis in die israelische Politik vorgedrungen sein mag, wurden die Christen vor Ort doch durch die Anwesenheit Papst Benedikts bestärkt.“

Dartemius gehört dem griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem in Bethlehem an. In Jerusalem selbst hat Papst Benedikt natürlich auch das Heilige Grab besucht. Selbstverständlich habe ihn der Besuch des Papstes berührt, erzählt Franziskanerbruder Marcello aus Argentinien, der den römisch-katholischen Teil der Grabeskirche hütet. (rv)

Published in: on 16. Mai 2010 at 09:44  Schreibe einen Kommentar