„… bis der Tod uns scheidet“

Maltas Bischöfe haben sich gegen die Einführung der Ehescheidung ausgesprochen. In einem am Wochenende veröffentlichten Hirtenschreiben fordern sie dazu auf, die Einstellung zur Ehe zu verändern, nicht aber die Gesetze. Wo die Ehescheidung existiere, sei sie in der Hoffnung eingeführt worden, eine Lösung für gescheiterte Ehen zu finden. Tatsächlich hätten sich die Probleme dadurch aber vervielfacht, heißt es in dem von Erzbischof Paul Cremona OP und Bischof Mario Grech unterzeichneten Schreiben. Dies belegten Studien und Statistiken. Die Kirche wolle ihre Position gegen die Scheidung niemandem aufzwingen, so die Bischöfe. Andererseits sei sie verpflichtet, dem Beispiel Jesu nachzufolgen und seine Lehre zu verkünden. Christen müssten auch in der Frage von Ehe und Scheidung Rechenschaft vor Jesus ablegen. – Malta debattiert derzeit darüber, ob die gesetzlich verbotene Ehescheidung zugelassen werden soll. Zeitungsberichten zufolge soll die Bevölkerung in einem Referendum die Möglichkeit erhalten, eine Parlamentsentscheidung in der Frage zu billigen oder zu verwerfen. Umfragen lassen darauf schließen, dass eine Volksabstimmung ein knappes Ergebnis haben würde. (kna)

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Published in: on 18. Oktober 2010 at 10:45  Schreibe einen Kommentar  

Papstbesuch auf Malta

Auf Paulus Spuren…
Wind und grauer Himmel, wenn auch ohne Vulkanasche, über Malta: Obwohl das Papst-Flugzeug verspätet in Rom gestartet ist, kommt es vorzeitig auf der Insel an. Noch bevor Benedikt aussteigt, verbreiten die Nachrichtenticker schon seine Worte zum Thema Missbrauch während des Fluges: „Der Körper der Kirche ist durch unsere Sünden verwundet“, hat der Papst den Journalisten gesagt. Dann der erwartete Moment: Benedikt steigt aus, sehr freundlich wirkt er, aber etwas übermüdet – er schüttelt Politikern und Bischöfen die Hände, eine Ehrenkompanie ist angetreten und spielt die Hymnen des Vatikans und Maltas. „Willkommen auf der Insel des heiligen Paulus!“ lauten die ersten Worte von Präsident George Abela in seiner Begrüßungsrede. (rv)

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Papst Benedikt XVI. in Malta eingetroffen

Papst in der Paulusgrotte auf Malta
Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch auf Malta am Samstagabend die Paulusgrotte besucht. Die Grotte befindet sich in Rabat, eine Ortschaft in der Nähe der Hauptstadt Valletta. Der Völkerapostel Paulus strandete der Tradition nach vor genau 1.950 Jahren und lebte drei Monate lang auf Malta. In der Grotte sagte der Papst

„Der Aufenthalt des Völkerapostels Paulus ist ein unvergessliches Ereignis für die Geschichte der Insel. Mit seiner Botschaft hat Paulus das Christentum tief verwurzelt und die nationale Identität Maltas geprägt. Auch heute ist diese Insel ein christliches Zeugnis angesichts der vielen Bedrohungen gegen die Heiligkeit des Lebens und die Würde von Ehe und Familie notwendig. Nach wie vor braucht die Gesellschaft grundlegende moralische Werte. Nur sie bilden die Grundlage für echte Freiheit und tatsächlichen Fortschritt. Das gleiche Evangelium, das vor 1.950 Jahren der Apostel Paulus auf der Insel predigte, muss auch heute im Rahmen einer Neuevangelisierung die Menschen zur Umkehr, zu einem neuen Leben und zu einer Zukunft in Hoffnung anhalten.“

Nach seiner Ankunft in Rabat betete der Papst zunächst still vor dem Tabernakel in der Kirche. Dann stieg er in die Grotte hinab. Als Geschenk hinterließ er eine silberne Votivlampe und seinen Pileolus, die weiße Kopfbedeckung des Papstes. (rv)

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Paulusgrotte

Papst Benedikt im maltesischen Präsidentenpalast
Papst Benedikt XVI. hat dem maltesischen Staatspräsidenten George Abela zu Beginn seiner Maltareise einen Höflichkeitsbesuch abgestattet. Auf dem Weg vom Flughafen zum Amtssitz des Präsidenten bereiteten die Malteser dem Papst einen freundlichen Empfang. Tausende Menschen säumten die rund zehn Kilometer lange Strecke, die der Papst im Papamobil zurücklegte. Kirchen läuteten ihre Glocken, um Benedikt XVI. willkommen zu heißen.

Nach einer guten halben Stunde ist die Begrüßungszeremonie schon vorüber; Benedikt steigt in das Papamobil und fährt in Richtung Hauptstadt, zu einem längeren Gespräch mit dem Präsidenten. Vor dem Palast der Großmeister im Zentrum von La Valletta herrscht eine wirklich ausgelassene Stimmung: Hunderte von Kindern winken mit gelb-weißen Fähnchen, bringen dem Papst ein (leicht verspätetes) Geburtstagsständchen, skandieren „Oh happy day“. Im Innern des prachtvollen Palastes, von dem aus die Malteserritter einst die Insel regierten, macht der Präsident für den Papst den Fremdenführer, und Benedikt wirkt äußerst interessiert. Ein privates Gespräch zwischen den beiden Staatschefs, dann schenkt der Papst Abela ein Mosaik, das den Schiffbruch des Paulus darstellt. (rv)

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Staatspräsident George Abela zu Gast bei Papst Benedikt XVI. im Juni 2009

Papst: „Evangelium birgt Reinigung und Heilung“
„Ich weiß, dass Malta Christus und die Kirche, die Sein Leib ist, liebt.“ Mit diesen Worten hat sich Papst Benedikt XVI. auf dem Flug von Rom nach Luqa an die mitreisenden Journalisten gewandt – und im Folgenden nach Meinung einiger Beobachter auf die Missbrauchskrise innerhalb der Kirche angespielt: „Auch wenn dieser Leib von unseren Sünden verwundet ist, so liebt der Herr seine Kirche. Und Sein Evangelium ist die wahre Kraft, die reinigt und gesund macht“, so der Papst. Mit Blick auf die biblische Erzählung vom Schiffbruch des Apostels Paulus vor Malta vor 1.950 Jahren führte Benedikt XVI. weiter aus, auch ein „Schiffbruch des Lebens“ könne auf einen Plan Gottes verweisen und „nützlich sein für einen Neuanfang in unserem Leben“. Unterdessen hat Vatikansprecher Federico Lombardi betont, dass der Papst auf ganz verschiedene Sünden, die den Leib der Kirche verwundeten, angespielt habe. Dazu seien auch, aber nicht nur, die Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche zu zählen. – Auf seinem Flug nach Malta hielt Papst Benedikt ein dreiminütiges Statement kurz nach dem Start. Als weiteren Aspekt seines Besuchs nannte er die Einwanderungsproblematik. (rv/kna)

Papst: „Habt Vertrauen in den christlichen Glauben!“
Die Gläubigen sollen dem christlichen Glauben vertrauen. Dazu mahnte Papst Benedikt XVI. an diesem Sonntag auf Malta. Er feierte zusammen mit Tausenden Einheimischen und Besuchern eine große Messe im Freien in Floriana. Er rief die maltesische Bevölkerung zu Gastfreundschaft auf. Technologien allein können nicht allen Bedürfnissen genügen, sagte der Papst am Sonntagmorgen auf dem Kornspeicherplatz von Floriana, dem größten Platz der Insel. Der Mensch benötige Gott und sei von ihm abhängig.

„Viele Stimmen versuchen uns einzureden, unseren Glauben an Gott und seine Kirche abzulegen und selbst die Werte und Glaubensüberzeugungen zu wählen, nach denen wir leben wollen. Sie sagen uns, dass wir Gott oder die Kirche nicht brauchen. Wenn wir versucht sind, ihnen zu glauben, sollten wir uns an die Episode aus dem heutigen Evangelium erinnern, als die Jünger – alles erfahrene Fischer – sich die ganze Nacht abgemüht, aber nicht einen einzigen Fisch gefangen hatten. Als dann Jesus am Ufer erschien, wies er ihnen die Richtung zu einem so großen Fang, dass sie ihn kaum einholen konnten. Solange sie sich selbst überlassen waren, blieben ihre Anstrengungen erfolglos; als Jesus bei ihnen stand, fingen sie eine gewaltige Menge Fische. Meine lieben Brüder und Schwestern, wenn wir unser Vertrauen auf den Herrn setzen und seinen Lehren folgen, werden wir immer überreichen Lohn erhalten.“

An dem Gottesdienst nahmen nach Angaben der Veranstalter 40.000 Menschen teil. Während der gut zweistündigen Messe sprach die Gemeinde auf Maltesisch ein besonderes Fürbittgebet für Benedikt XVI. zum fünften Jahrestag seiner Wahl zum Papst: „Möge er mit der Hilfe des Heiligen Geistes das Wort Gottes in Hingabe hören, in Heiligkeit bewahren und in Treue lehren.“

Der Papst bei seinem Besuch auf Malta

Papst Benedikt XVI. bei der Hl. Messe am 18. April

Papst schenkt goldene Rose für Marienheiligtum
Benedikt XVI. hat die Gläubigen Maltas für ihre Treue gedankt. Wörtlich sagte er nach der großen Messe in Floriana:

„Ich danke euch für alles, was ich von euch erhalten habe, für den freundlichen Empfang und vor allem für die Gebete für mein Dienstamt.“

Der Gottesdienst auf dem größten Platz des Landes war einer der Höhepunkte der zweitätigen Pastoralreise des Kirchenoberhaupts nach Malta. Beim anschließendem „Regina caeli“-Gebet wandte sich Benedikt XVI. auf Deutsch an eine Gruppe deutscher Pilger, die nach Malta gekommen war. Zum Abschluss der Messe übergab der Papst der Kirche Maltas eine goldene Rose für das Marienheiligtum „Unsere Liebe Frau von Ta‘ Pinu“ auf der Nachbarinsel Gozo. Das Marienbild des vielbesuchten Heiligtums war eigens zur Papstmesse nach Floriana gebracht und neben dem Altar aufgestellt worden. (rv/kna)

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Die "Goldene Rose" (Papstrose) ist eine Ehrung die durch den Papst verliehen wird. Sie richtet sich an Personen, Städte oder Wallfahrtsorte / Kirchen

Papst trifft Missbrauchsopfer auf Malta
Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagmittag in Malta mit einer kleinen Gruppe von Missbrauchsopfern zusammengetroffen. Das teilte der Vatikan anschließend mit. Die Begegnung fand nach Abschluss der großen Messe in der Apostolischen Nuntiatur von Valletta statt, wo der Papst sich während seines zweitägigen Besuchs in Malta aufhält. Das katholische Kirchenoberhaupt sei tief bewegt gewesen von den Schilderungen der Teilnehmer und habe seine Scham und sein Leid über den Schmerz der Opfer und ihrer Familien bekundet, heißt es in der Vatikan-Erklärung. Er habe mit den Opfern gemeinsam gebetet und ihnen versichert, dass die Kirche jetzt und in Zukunft alles in ihrer Macht stehende tun werde, um die Anschuldigungen aufzuklären, die für den Missbrauch Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um junge Menschen in Zukunft zu schützen. „Im Geist des jüngsten Briefes an die Katholiken von Irland hat der Papst gebetet, dass alle Opfer des Missbrauchs Heilung und Versöhnung erfahren und fähig werden, mit neuer Hoffung in die Zukunft zu gehen“, heißt es in der Vatikanmitteilung. (rv/kna)

Jugendliche auf Malta: Gar nicht so übel…
Den Sonntagnachmittag auf Malta widmete Papst Benedikt der Jugend. Die Insel hat eine der niedrigsten Geburtenraten in der EU, und früher emigrierten junge Leute von hier schnurstracks nach Italien oder Australien, um Arbeit zu finden. Doch der lutherische deutsche Pfarrer Wilfried Steen, der in Rabat lebt, hat beobachtet, dass es Maltas Jugendlichen heutzutage gar nicht so schlecht geht:

„Malta legt großen Wert auf Bildung, und es ist erstaunlich, wie viel hier in der Schulbildung und in der universitären Ausbildung getan wird. Das ist meiner Auffassung nach auch konsequent, die junge Generation in starkem Masse durch Bildungsanstrengungen zu fördern, weil Malta ja sonst nichts anderes einzubringen hat: Es gibt wenig natürliche Ressourcen, die Insel ist dicht besiedelt… also, was man hier verkaufen kann, ist sozusagen die geistige Leistung und die Leistung der Arbeitenden. Das schafft Malta in einem erstaunlichen Masse: Die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in der EU ist eine Leistung. Sie ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass hier das Kleinhandwerk – nach deutschen Begriffen Ich-AGs – sehr stark ist, und trotzdem: Man muss immerhin sagen, dass man hier in La Valletta keine Bettler findet, sondern stattdessen sehr viele Menschen, die trotz eines sehr bescheidenen Einkommens hier sehr zufrieden leben und ihre Arbeit haben. Ich halte das für eine bemerkenswerte Leistung! Das sind zum Teil Einkommen, die weit unter der Grenze dessen liegen, was wir aus Deutschland kennen, aber die Menschen leben hier aufgrund ihres familiären Verbundes durchaus sehr zufrieden. Ich bin auch wirklich erstaunt, wie ein Land wie Malta doch die Wirtschaftskrise meistert und für die eigene Bevölkerung doch Einkommens- und Lebensmöglichkeiten erschließt.“ (rv)

Published in: on 18. April 2010 at 20:30  Schreibe einen Kommentar  

Vor der Abreise des Papstes nach Malta

Morgen bricht Papst Benedikt XVI. zu seiner 14. Auslandsreise auf die Insel Malta auf. Dort will er an die Landung des Apostels Paulus auf dem Archipel erinnern, das zwischen Sizilien und Tunesien liegt. Vorgesehen ist ein Besuch Benedikts in der „Paulusgrotte“, eine große Messfeier unter freiem Himmel und ein Treffen mit Jugendlichen. Wie die Malteser den Papstbesuch aufnehmen, verrät der Erzbischof von Malta, Paul Cremona, im Interview mit Radio Vatikan:

„Die Bevölkerung wartet gespannt auf den Papstbesuch.. Vor allem die Kirche sagt den Gläubigen, sich vorzubereiten und den Papst willkommen zu heißen. So wie es die Malteser vor fast 2.000 Jahren taten, als der Heilige Paulus zu ihnen kam. Sie haben ihn mit Liebe und Gastfreundschaft aufgenommen.“

Dass der Besuch Benedikts das Glaubensleben der Insel neu beleben kann, von dieser Hoffnung ist auch in der Bevölkerung etwas zu spüren. Die deutsche katholische Publizistin Livia Leykauf lebt seit einigen Jahren auf Malta. Unser Korrespondent Stefan Kempis hat mit ihr gesprochen.

Was kann man sich vom Papstbesuch hier auf Malta erwarten?

„Viele erhoffen sich eine Neubelebung des Glaubens; ich denke auch, dass eine neue Offenheit und mehr Gespräch durch den Papstbesuch angeregt werden. Da ist schon viel passiert“ (rv/ard)

Published in: on 16. April 2010 at 18:45  Schreibe einen Kommentar  

1950 Jahre Christentum auf Malta – Papstbesuch

Papst Benedikt XVI. wird am 17. und 18. April auf Malta erwartet, um das Gedenken an die Ankunft des Christentums vor 1950 Jahren zu begehen. Wie die Nachrichtenagentur „Kipa“ berichtet, werden zur Wallfahrt in Anlehnung an die Erzählung der Landung des Apostels Paulus Feuer am Strand entzündet und der betreffende Text aus der Apostelgeschichte gelesen. Papst Benedikt wird bei seinem Besuch zunächst auf den Staatspräsidenten George Abela treffen und anschließend bei der Paulusgrotte von Rabat Missionare in Empfang nehmen. Am zweiten Besuchstag wird er dann mit einem Schiff in den Hafen von Valletta einfahren, und so an die Ankunft des Völkerapostels Paulus erinnern. (kipa)

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Schiffbruch vor Malta - Paulus bringt das Christentum auf die Insel

Published in: on 8. April 2010 at 18:45  Schreibe einen Kommentar