Neue Vorwürfe gegen den ehemaligen Bischof Roger Vangheluwe

Die Justiz ermittelt nun in zwei weiteren Verdachtsfällen. Laut Medienberichten vom Mittwoch nahm die Staatsanwaltschaft bereits die Untersuchungen auf. Die Vangheluwe zur Last gelegten Übergriffe an zwei Messdienern in den 1960er Jahren seien aber wohl verjährt. Die Zeitung „De Morgen“ schrieb am Mittwoch, eines der beiden mutmaßlichen Opfer habe sich später das Leben genommen. Vangheluwe hatte in der vergangenen Woche in einem TV-Interview den Missbrauch eines anfangs fünf Jahre alten Neffen zwischen 1973 und 1986 sowie den Missbrauch eines zweiten Neffen eingeräumt. Er bestritt ausdrücklich, dass es weitere Übergriffe gegeben habe. Das Interview hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst; die belgischen Bischöfe distanzierten sich. (kna)

Published in: on 1. Mai 2011 at 13:36  Schreibe einen Kommentar  

Bischof Vangheluwe hat Belgien verlassen

Der im vergangenen Jahr wegen Kindesmissbrauchs zurückgetretene Bischof Roger Vangheluwe hat Belgien auf Wunsch des Vatikan verlassen. Aus einer Pressemitteilung der Vatikanbotschaft in Brüssel geht hervor, dass sich der frühere Bischof von Brügge auf Anweisung der Glaubenskongregation einer spirituellen und psychologischen Behandlung unterziehen werde. Weiter heißt es in der Mitteilung, dass der Bischof seit seinem Rücktritt an verschieden Orten ohne festen Wohnsitz gelebt habe. Hintergrund sind Meldungen in der flämischen Presse, nach denen Gruppen von Personen auf der Suche nach dem Bischof seien und dieser angeblich Zuflucht in der Nuntiatur gefunden habe. Wohin sich der Bischof begeben hat, wurde nicht mitgeteilt. (rv)

Ergänzungen:
Der wegen Kindesmissbrauchs zurückgetretene Bischof Roger Vangheluwe ist in ein Kloster in der Loire-Region in Frankreich gezogen. Wie belgische Medien am Montag berichteten, folgte der frühere Bischof damit einer Forderung des Vatikans. Die Glaubenskongregation hatte zuvor laut einer Mitteilung der Apostolischen Nuntiatur in Belgien entschieden, zwar seien die Missbrauchsvorwürfe gegen Vangheluwe verjährt; dennoch müsse er Belgien verlassen und sich einer spirituellen und psychologischen Behandlung unterziehen. Die Vatikan-Entscheidung zu Vangheluwe stieß in Belgien auf Kritik. Der Kirchenjurist und christdemokratische Politiker Rik Torfs sprach in der Zeitung „De Morgen“ von einer zu milden Strafe. Sie erwecke den Eindruck, dass es eher darum gehe, die Reihen zu schließen, als Gerechtigkeit walten zu lassen. Der frühere Sprecher der Belgischen Bischofskonferenz, Jürgen Mettepenningen, sagte, das Urteil werde den Opfern nicht gerecht. Der 74-jährige Vangheluwe hatte Ende April 2010 zugegeben, zwischen 1973 und 1986 seinen Neffen sexuell missbraucht zu haben. Papst Benedikt XVI. hatte daraufhin Vangheluwes Rücktritt unverzüglich angenommen. (kna)

Der wegen sexuellen Missbrauchs zurückgetretene belgische Bischof Roger Vangheluwe darf vorerst keine priesterlichen Aufgaben in der Öffentlichkeit mehr wahrnehmen. Das teilte Vatikansprecher P. Federico Lombardi mit. Allerdings sei eine endgültige Entscheidung der Glaubenskongregation über die Zukunft des Bischofs noch nicht gefallen. Der frühere Bischof von Brügge musste Belgien auf Weisung der Glaubenskongregation verlassen und sich in geistliche und psychologische Behandlung begeben. Während dieser Zeit sei dem 74-Jährigen jede öffentliche priesterliche und bischöfliche Tätigkeit untersagt, erklärte Lombardi. Der Vatikan habe dem Bischof die Therapie verordnet, um Anhaltspunkte für eine endgültige Entscheidung zu erhalten. Dabei seien auch das Leiden der Opfer sowie Erfordernisse der Gerechtigkeit zu berücksichtigen, hob Lombardi hervor. (rv)

Published in: on 1. Mai 2011 at 13:08  Schreibe einen Kommentar  

Neue Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Dienstag eine Handreichung zur „Prävention von sexualisierter Gewalt im Bereich Jugendpastoral“ veröffentlicht. Sie soll die „Rahmenordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen“ ergänzen, die von der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im September verabschiedet worden war. Die neue Handreichung benennt fünf zentrale Eckpunkte präventiven Handelns in der Jugendpastoral. Dazu gehört beispielsweise ein „angemessenes Nähe- und Distanz-Verhältnis“. Die Broschüre solle dazu beitragen, „jeder Form sexualisierter Gewalt besonnen, entschieden und mutig entgegenzutreten“, heißt es im Vorwort. Mädchen und Jungen sollten innerhalb der Kirche einen geschützten Raum für ihre Entfaltung finden. Neben kirchlichen Experten haben an der Broschüre auch nicht-kirchliche Opferverbände mitgearbeitet. (pm)

Published in: on 9. Februar 2011 at 18:33  Schreibe einen Kommentar  

Bischof Ackermann bei RTL

Jahresrückblick bei RTL mit Günter Jauch

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann findet, dass der Missbrauchsskandal die Kirche in Deutschland „wahrhaftiger“ gemacht habe. Das sagte der Missbrauchs-Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntagabend im Gespräch mit Günther Jauch beim RTL-Jahresrückblick. Die von Papst Benedikt XVI. so genannte „Schmutzwolke“ sei noch nicht vorbeigezogen, jedoch spürten die Menschen, dass es mit der Aufklärung und Aufarbeitung „vorangeht“, sagte der Bischof. (kna)

 

 

 

Published in: on 7. Dezember 2010 at 22:28  Schreibe einen Kommentar  

Bischof Ackermann tritt bei RTL auf

Bischof Stephan Ackermann, Bischof von Trier

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann ist am Sonntag, 5. Dezember zu Gast beim RTL-Jahresrückblick „2010! Menschen, Bilder, Emotionen“. Bischof Ackermann wird vor dem Hintergrund der 2010 bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs live mit Moderator Günther Jauch darüber sprechen, wie er das Jahr erlebt habt. Der Trierer Bischof ist seit Februar Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich. Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, 5. Dezember ab 20.15 Uhr im RTL-Fernsehen.

 

Published in: on 29. November 2010 at 20:39  Schreibe einen Kommentar  

Schuldbekenntnis für Missbrauchsfälle

Bischof Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück

Als erster Bischof einer deutschen Diözese legt der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am Sonntag ein öffentliches Schuldbekenntnis für die Missbrauchsfälle in der Kirche ab. Der Bußgottesdienst findet um 17 Uhr im Dom statt, kündigte das Bistum an. Vertreter der Räte und Gremien der Diözese hatten Bode bei einer Klausurtagung Mitte September um ein solches Zeichen gebeten. Bodes Schuldbekenntnis soll vor allem einem „Klima der Verschleierung“ gelten. Dabei gehe es um die „strukturelle Sünde“ der Kirche, bei der von Verantwortlichen mehr auf den „guten Ruf der Kirche“ als auf das Leid der Missbrauchsopfer geachtet worden sei. Im Juni hatte Bode die Opfer sexuellen Missbrauchs öffentlich um Entschuldigung gebeten und zuvor mit Betroffenen persönlich Kontakt aufgenommen. Bei ihrer Herbstvollversammlung in Fulda hatten die deutschen Bischöfe beschlossen, im Frühjahr 2011 ein ähnliches Schuldbekenntnis im Hinblick auf die Missbrauchsfälle abzulegen. (kna)

 

 

Published in: on 25. November 2010 at 22:37  Schreibe einen Kommentar  

Neue Aufregungen in Belgien

Erzbischof André-Joseph Léonard, Erzbischof von Mechelen-BrüsselDie katholische Kirche in Belgien kommt nicht zur Ruhe: Ein Anwalt hat an diesem Dienstag eine Klage wegen Homophobie gegen Erzbischof André-Joseph Léonard eingereicht. Gleichzeitig ist der Pressesprecher des belgischen Primas, Jürgen Mettepenningen, zurückgetreten.

In seiner Rücktrittserklärung schreibt der nun ehemalige bischöfliche Pressesprecher, Jürgen Mettepenningen:

„Ich gebe hiermit bekannt, dass ich als Pressesprecher von Erzbischof André-Joseph Léonard zurücktrete. Diesen Beschluss gilt ab sofort. Verschiedene Gründe sowie das fehlende Vertrauen haben mich zu diesem Schritt bewogen. Mit großem Bedauern habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen.“

Der Vorsitzende der Belgischen Bischofskonferenz reagiert seinerseits auf die heftigen öffentlichen Reaktionen nach seinen Äußerungen zu Aids und Missbrauch. (afp)

Published in: on 3. November 2010 at 15:02  Schreibe einen Kommentar  

Neue Leitlinien

Bischof Stephan Ackermann, Bischof von Trier

Die Deutsche Bischofskonferenz hat in Trier die neuen Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche vorgestellt. DBK-Missbrauchsbeauftragter Bischof Stephan Ackermann stellte die Regelungen in Trier der Presse vor. Die Leitlinien treten an diesem Mittwoch, dem 1. September 2010, in Kraft. Die Neuerungen wurden von den Bischöfen als „Fortschreibung“ der Leitlinien von 2002 ausgewiesen. Sie zielen auf eine abgestimmtere Vorgehensweise und klären genauer Zuständigkeiten im Falle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch Geistliche und kirchliche Mitarbeiter. Dabei wird auch katholischen Rechtsträgern, die nicht in diözesaner Zuständigkeit stehen – also vor allem Ordensgemeinschaften – empfohlen, die Leitlinien zu übernehmen. (rv)

Reaktionen
Die neuen Richtlinien machten deutlich, dass „die Opfer an erster Stelle stehen und es keinen falsch verstandenen Schutz der Institution Kirche gibt.“ Das sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken am Dienstag in Bonn. Alois Glück sprach von einem „klaren Signal gegen Vertuschung und Verschleierung“. Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) lobt die Verschärfung der Leitlinien. „Die Veränderungen bieten einen besseren Schutz für junge Menschen und stellen die Perspektive der Opfer in den Vordergrund“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler in einer Pressemitteilung. Die Deutsche Kinderhilfe erklärte, die Leitlinien seien eine deutliche Verbesserung. Sie sollten auch Signalwirkung für andere Gruppen wie etwa Sportvereine haben.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger verteilte Lob, sieht aber weiterhin Unklarheiten. Einerseits habe die Kirche das klare Bemühen gezeigt, „aus den Schwächen der alten Richtlinien die richtigen Lehren“ zu ziehen. Nicht ganz deutlich werde aber andererseits, wie innerhalb der Kirche künftig mit den Fällen umgegangen werden solle, in denen das Opfer der Einschaltung der Staatsanwaltschaft ausdrücklich widerspreche. (pm/kna)

Published in: on 3. Oktober 2010 at 22:14  Schreibe einen Kommentar  

Vatikan verschäft die Normen bei Missbrauchsfällen

Der Vatikan hat am letzten Donnerstag das erneuerte Verfahren bei Missbrauchsfällen in der Kirche vorgestellt. Das veröffentlichte Dokument ist eine Aktualisierung der bisherigen Regelung von Fällen, die der Zuständigkeit der Glaubenskongregation unterliegen. Die aktualisierten Normen sehen insbesondere schnellere Verfahren vor. Damit sollen Missbrauchsfälle von Priestern und Kirchenmitarbeiter wirksamer begegnet werden. Doch in dem Dokument geht es nicht nur um sexuellen Missbrauch: Auch Delikte gegen Glauben und gegen die Sakramente der Eucharistie, der Beichte und Weihe werden angesprochen.

Kurze Zusammenfassung der Veränderungen in den Normae de gravioribus delictis,
die der Kongregation für die Glaubenslehre vorbehalten sind
Der neue Text der Normae de gravioribus delictis (Normen über schwerwiegendere Straftaten), der im Anschluss an die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. vom 21. Mai 2010 modifiziert worden ist, enthält verschiedene Veränderungen sowohl im Teil über die substantiellen Normen als auch im Teil über die verfahrensrechtlichen Normen.

Die Veränderungen in den Normen sind:

A) Im Anschluss an einige Vollmachten, die Papst Johannes Paul II. der Kongregation für die Glaubenslehre gewährt und die später sein Nachfolger Benedikt XVI. am 6. Mai 2005 bestätigt hat, wurden folgende Regelungen eingefügt:

1. Das Recht, mit vorherigem Auftrag durch den Papst die Kardinäle, die Patriarchen, die Gesandten des Apostolischen Stuhls, die Bischöfe und andere natürliche Personen zu richten, die in den cann. 1405 § 3 CIC und 1061 CCEO genannt werden (Art. 1 § 2).
2. Die Verlängerung der Verjährungsfrist der Strafverfolgung, die nun zwanzig Jahre beträgt, wobei die Kongregation für die Glaubenslehre immer das Recht hat, davon zu derogieren (Art. 7).
3. Die Vollmacht, das Gerichtspersonal sowie die Anwälte und Prokuratoren von der Voraussetzung der Priesterweihe und des Doktorats in Kirchenrecht zu dispensieren (Art. 15).
4. Die Vollmacht, Rechtsakte im Fall der Übertretung von bloßen Verfahrensregelungen durch untergeordnete Gerichte zu heilen, unbeschadet des Rechts auf Verteidigung (Art. 18).
5. Die Vollmacht, von einem Gerichtsprozess zu dispensieren, also per decretum extra iudicium (durch ein außergerichtliches Dekret) vorzugehen: In diesem Fall entscheidet die Kongregation für die Glaubenslehre nach einer Bewertung des konkreten Tatbestandes von Fall zu Fall ex officio (von Amts wegen) oder auf Antrag des Ordinarius oder des Hierarchen, wann sie gestattet, einen außergerichtlichen Weg einzuschlagen (in jedem Fall muss für die Verhängung von unbefristeten Sühnestrafen der Auftrag der Kongregation für die Glaubenslehre vorliegen) (Art. 21 § 2, 1 o).
6. Die Vollmacht, den Fall direkt dem Heiligen Vater für die dimissio e statu clericali (Entlassung aus dem Klerikerstand) oder für die depositio, una cum dispensatione a lege caelibatus (Absetzung zusammen mit der Dispens von der Zölibatsverpflichtung) vorzulegen. Unbeschadet des Rechts auf Verteidigung des Angeklagten, muss in diesem Fall klar sein, dass es sich um eine extrem schwerwiegende Angelegenheit handelt und die in Frage stehende Straftat offenkundig feststeht (Art. 21 § 2, 2 o).
7. Die Vollmacht, an die höhere Entscheidungsinstanz der Ordentlichen Versammlung der Kongregation für die Glaubenslehre zu rekurrieren, wenn Beschwerden gegen Verwaltungsmaßnahmen vorgebracht werden, die von niedrigeren Instanzen der Kongregation im Zusammenhang mit reservierten Straftaten vorgenommen oder approbiert worden sind (Art. 27).

B) Darüber hinaus sind im Text die nachfolgenden weiteren Veränderungen eingefügt worden:

8. Hinzugefügt wurden die delicta contra fidem (Straftaten gegen den Glauben), das sind Häresie, Apostasie und Schisma, für die vor allem der Ordinarius ad normam iuris (nach Maßgabe des Gesetzes) zuständig ist; dieser kann gerichtlich oder extra iudicium (außergerichtlich) in erster Instanz vorgehen, unbeschadet des Rechts, an die Kongregation für die Glaubenslehre zu appellieren oder zu rekurrieren (Art. 1 § 1 und Art. 2).
9. Bei den Straftaten gegen die Eucharistie sind die Tatbestände der attentatio liturgicae eucharistici Sacrificii actionis (Versuch der Feier des eucharistischen Opfers ohne Priesterweihe) gemäß can. 1378 § 2, 1o CIC und das Vortäuschen derselben gemäß can. 1379 CIC und can. 1443 CCEO nicht mehr in derselben Nummer behandelt; sie werden nun getrennt berücksichtigt (Art. 3 § 1, 2o und 3 o).
10. Weiter bei den Straftaten gegen die Eucharistie wurden in dem früher gültigen Text zwei Formulierungen gestrichen, nämlich “alterius materiae sine altera” (die eine Gestalt ohne die andere) und “aut etiam utriusque extra eucharisticam celebrationem” (oder auch beide außerhalb der Eucharistiefeier), nun ersetzt durch “unius materiae vel utriusque” (einer oder beider Gestalten) und “aut extra eam” (oder außerhalb der Eucharistiefeier) (Art. 3 § 2).
11. Bei den Straftaten gegen das Sakrament der Buße wurden die Straftaten eingefügt, die in can. 1378 § 2, 2 o CIC (Versuch, die sakramentale Lossprechung zu erteilen, obwohl dies nicht gültig möglich ist, oder die sakramentale Beichte zu hören) und cann. 1379 CIC und 1443 CCEO (Vortäuschen der sakramentale Lossprechung) genannt sind (Art. 4 § 1, 2 o und 3o).
12. Hinzugefügt wurden die Tatbestände der indirekten Verletzung des Beichtgeheimnisses (Art. 4 § 1, 5o) sowie die in übler Absicht erfolgte Beschaffung und Verbreitung von sakramentalen Beichten (gemäß Dekret der Kongregation für die Glaubenslehre vom 23. September 1988) (Art. 4 § 2).
13. Eingefügt wurde der Straftatbestand der versuchten heiligen Weihe einer Frau gemäß der Regelung des Dekrets der Kongregation für die Glaubenslehre vom 19. Dezember 2007 (Art. 5).
14. Bei den delicta contra mores (Straftaten gegen die Sitten) wurde dem Minderjährigen eine volljährige Person, deren Vernunftgebrauch habituell eingeschränkt ist, gleichgestellt. Dies gilt ausdrücklich nur für diese Straftat (Art. 6 § 1, 1 o).
15. Hinzugefügt wurde auch der Tatbestand des Erwerbes, der Aufbewahrung und der Verbreitung pornographischer Bilder von Minderjährigen unter 14 Jahren in jedweder Form und mit jedwedem Mittel a clerico turpe patrata (durch einen Kleriker in übler Absicht) (Art. 6 § 1, 2 o).
16. Geklärt wurde, dass die munera processui praeliminaria (prozessvorbereitende Maßnahmen) von der Kongregation für die Glaubenslehre durchgeführt werden können, aber nicht müssen (Art. 17).
17. Eingefügt wurde die Möglichkeit, auch während der Voruntersuchung Vorsichtsmaßnahmen gemäß can. 1722 CIC und can. 1473 CCEO zu treffen (Art. 19).

Published in: on 17. Juli 2010 at 18:49  Schreibe einen Kommentar  

Kirchenrecht: Neue Strafnormen zu sexuellem Missbrauch werden erwartet

Das Kirchenrecht von 1983 - Der CIC

Aus dem Vatikan werden neue kirchenrechtliche Strafnormen zu sexuellem Missbrauch erwartet. Es gehe es um eine Beschleunigung der Verfahren und in einigen Punkten um Verschärfungen, teilten vatikanische Quellen am Mittwoch mit. Mit der Veröffentlichung eines Dokuments wird für die kommenden Tage gerechnet. Unklar ist, ob es sich um interne Normen der römischen Glaubenskongregation handelt oder um einen päpstlichen Erlass. Die Novellierung solle dem gestiegenen Aufkommen von Anzeigen Rechnung tragen, hieß es von Vatikanseite. Vorgesehen ist offenbar eine Mitteilungspflicht für Sexualdelikte an weltliche Behörden. Außerdem solle innerhalb der kirchlichen Strafverfolgung die Verjährungsfrist ausgeweitet werden. Diese liegt augenblicklich bei zehn Jahren nach dem Erwachsenwerden des Opfers; allerdings ist auf Antrag bereits jetzt eine vollständige Aufhebung der Verjährung möglich. Informationen anderer Medien zufolge, soll künftig auch der Besitz von kinderpornographischem Material für Kleriker kirchenrechtlich eine Straftat darstellen. (kna)

Published in: on 7. Juli 2010 at 22:31  Schreibe einen Kommentar