Streit unter den polnischen Parteien bei der Anreise zur Seligsprechung

Die Seligsprechung Papst Johannes Pauls II. sorgt für Streit unter den Parteien Polens: es geht um die Anreise. Die konservative Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Jaroslaw Kaczynski erteilte einem gemeinsamen Flug mit den übrigen Parlamentsparteien eine Absage. Wie polnische Medien am Dienstagabend berichteten, buchte sie stattdessen einen Sonderzug. Die Anreise in einem Pilgerzug mit dem Parlamentsseelsorger entspreche besser dem religiösen Charakter der Reise, erklärte ein PiS-Sprecher. Für den Flug mit Parlamentspräsident Grzegorz Schetyna von der rechtsliberalen Regierungspartei Bürgerplattform (PO) entschieden sich dagegen rund 70 der insgesamt 460 Abgeordneten. Die beiden größten Parteien des Landes liefern sich seit einiger Zeit einen harten Konfrontationskurs. Im Herbst stehen Parlamentswahlen an. (kna)

Published in: on 4. März 2011 at 11:10  Schreibe einen Kommentar  

Rohbau der Warschauer Nationalkirche ist fertig

Rohbau der Kathedrale

Die so genannte Nationalkirche in Warschau ist nach mehr als achtjähriger Bauzeit im Rohbau fertig. Handwerker montierten am Freitag das Kreuz auf der Kuppel des Warschauer „Tempels der Göttlichen Vorsehung“. An der Zeremonie nahm auch der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz teil. In dem 75 Meter hohen Kirchengebäude soll auch ein Museum über Papst Johannes Paul II. und Polens Kardinalprimas Stefan Wyszynski eingerichtet werden. Der Innenraum der Kirche erinnert an das römische Pantheon. Die Baukosten liegen laut polnischen Medienberichten bei 37 Millionen Euro. Die Einweihung ist für 2013 geplant. Die Nationalkirche geht auf einen Beschluss des polnischen Parlaments von 1791 zurück. Damals wollten die Abgeordneten aus Dank für die Verabschiedung der ersten demokratischen Verfassung des Landes das Gotteshaus stiften. Die Teilung Polens durch Preussen, Russland und Österreich verhinderten jedoch den Bau. 1991 beschloss das Oberhaus, der Senat, den Kirchenbau erneut. 2002 legte Kardinalprimas Jozef Glemp den von Johannes Paul II. gesegneten Grundstein. Die zum Grossteil aus Spenden finanzierte Kirche ist einer der bedeutendsten polnischen Sakralbauten der jüngsten Zeit. Die Bauarbeiten dauern deutlich länger als zunächst geplant. (kna)

 

Published in: on 23. Februar 2011 at 16:17  Schreibe einen Kommentar  

Größe Christus-Statue steht in Polen

Christus von Swiebodzin

Im westpolnischen Swiebodzin (Schwiebus) steht seit Samstag die mit 36 Metern größte Christusstatue der Welt. Mit Hilfe eines Krans wurden zuletzt Kopf und Krone auf den bereits errichteten Rumpf der Statue aufgesetzt, wie der Fernsehsender TVN24 berichtete. Vor zwei Wochen war bereits ein Kran mit dem Kopf der Statue umgestürzt, weil dieser zu schwer war. Der Kopf blieb unversehrt, jedoch wurde ein Bauarbeiter bei dem Unfall schwer verletzt. Nachdem die Montage sich nun zunächst wegen starker Windböen verzögert hatte, setzte ein Spezialkran die Statue am späten Nachmittag endgültig zusammen. Die weiße Jesusfigur mit ausgestreckten Armen ist sechs Meter höher als die Christusstatue im brasilianischen Rio de Janeiro, die ohne Sockel 30 Meter misst. Das Pendant im bolivianischen Cochabamba – bislang der Rekordhalter – kommt ohne Unterbau auf 34 Meter. (kna)

 

Published in: on 10. November 2010 at 09:55  Comments (1)  

Exkommunikation für Politiker in Polen?

Erzbischof Henryk Hoser, Erzbischof von Warschau-Praga, Polen

Der Erzbischof von Warschau sieht Politiker, die für die künstliche Befruchtung sind, außerhalb der Kirchengemeinschaft. „Meiner Meinung nach stehen sie automatisch außerhalb der Kirchengemeinschaft“, sagte der Bioethik-Experte der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Henryk Hoser von Warschau-Praga, laut polnischen Medienberichten. Das Parlament des Landes, der Sejm, berät in wenigen Tagen in erster Lesung über mehrere Gesetzentwürfe zur künstlichen Befruchtung. Hoser sagte, die Anwendung dieser Methode sei „unzulässig“, weil sie „unausweichlich zum Tod vieler anderer Embryonen“ führe. Die In-vitro-Fertilisation gehe auf „Kosten des Lebens vieler anderer Kinder“. – Die rechtsliberale Regierungspartei Bürgerplattform ist in der Frage gespalten. (kipa)

 

 

 

Published in: on 18. Oktober 2010 at 10:48  Schreibe einen Kommentar  

Jesus als „König von Polen“?

Polens Bischöfe wenden sich gegen die Idee einer Bürgerbewegung, Jesus zum „König von Polen“ zu ernennen. Dieser Plan solle aufgegeben werden, sagte der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, zum Abschluss einer Vollversammlung des Episkopats in Warschau. Das Königreich Jesus sei schließlich „nicht von dieser Welt“. In der Abschlusserklärung werben die Bischöfe dafür, den Glauben an Christus als den „König des Universums“ zu vertiefen. Michalik erkannte jedoch ausdrücklich die guten Absichten der Bürgerbewegung an. Mehr als 1.000 Menschen hatten jüngst in Warschau für eine Ernennung Jesu zum König von Polen demonstriert. Zu der Aktion hatte die katholische „Bewegung der Souveränität des polnischen Volkes“ aufgerufen. (kna)

Published in: on 12. Oktober 2010 at 11:06  Schreibe einen Kommentar  

6. Januar – wieder Feiertag in Polen

Der Festtag der Heiligen Drei Könige wird wieder ein gesetzlicher Feiertag. Das Parlament beschloss am Freitag, den 6. Januar ab dem kommenden Jahr zu einem arbeitsfreien Tag zu machen. Zugleich wurde der Anspruch der Arbeitnehmer auf einen freien Wochentag abgeschafft, wenn ein Feiertag auf einen Samstag fallen sollte. 370 Abgeordnete stimmten für den Beschluss, 44 waren dagegen. Die rechtsliberale „Bürgerplattform“ von Ministerpräsident Donald Tusk hatte den Kompromiss vorgeschlagen. Die kommunistische Regierung hatte den bis 1960 bestehenden Feiertag Dreikönig abgeschafft. Seine Wiedereinführung geht zum Großteil auf eine von 700.000 Polen unterschriebene Volksinitiative aus dem Jahr 2008 zurück. (kna)

Published in: on 12. Oktober 2010 at 10:28  Schreibe einen Kommentar  

Generalaudienz vom 11.08.2010

Papst betet für Flutopfer
Benedikt XVI. betet für die Opfer der Überschwemmungen von Neiße und Oder. Das sagte er an diesem Mittwoch in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo bei seiner Generalaudienz. Auf polnisch meinte der Papst:

„Ich bin geistlich allen nahe, die in den letzten Tagen wegen der Überschwemmungen gelitten haben. Ich bitte Gott, ihnen die Kraft zu geben, die Schwierigkeiten zu überstehen. Mögen die Menschen guten Willens großzügig und effizient helfen!“

Die Generalaudienz im Innenhof der Papstvilla in den Albaner Bergen war von herzlicher Stimmung geprägt; etwa viertausend Menschen waren gekommen, darunter auch Kinder aus einem Ferienlager in Ostia. Der Papst erinnerte in einer kurzen Betrachtung an große Märtyrer des zwanzigsten Jahrhunderts: etwa Edith Stein, die zum Christentum konvertierte Jüdin, die als Ordensfrau in Auschwitz getötet wurde und deren Gedenktag die Kirche an diesem Dienstag beging. Oder auch an den heiligen Maximilian Kolbe, dessen Gedenktag die Kirche am nächsten Samstag feiert:

„Durch den freiwilligen Gang in den Hungerpunker hat er in der Hölle von Auschwitz einen unschuldigen Familienvater vor dem Tod bewahrt und so den Irrsinn der Gewalt durchbrochen. Dieses bewegende Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe spornt auch uns an, Jesus Christus nachzufolgen und Tag für Tag in der Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen zu wachsen. Dazu erbitte ich euch allen den Beistand des Heiligen Geistes!“

Kolbe war in der Nazi-Zeit von der Gestapo verhaftet und 1941 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert worden. Dort begab er sich anstelle eines zum Tode durch Verhungern verurteilten Familienvaters freiwillig in den Hungerbunker und starb im gleichen Jahr an den Folgen der Unterernährung.

Der Märtyrer sei eine „absolut freie Person“, die von den Mächten der Welt gänzlich unabhängig sei und sich vollkommen Gott schenke, sagte der Papst weiter. Modell für jedes Martyrium sei der Tod Jesu Christi. Auch wer nicht zum Märtyrer berufen sei, müsse jeden Tag das Kreuz auf sich nehmen. Die gegenwärtige von Individualismus und Egoismus geprägte Gesellschaft müsse durch die Liebe zu Gott verändert werden, forderte Benedikt XVI. (rv)

Published in: on 22. August 2010 at 12:21  Schreibe einen Kommentar  

Stellungnahme der Kath. Kirche zum neuen Staatspräsidenten in Polen

Erzbischof Henryk Muszynski, Erzbischof em. von Gnesen

Der frühere Primas der katholischen Kirche Polens, Alterzbischof Henryk Muszynski, begrüßt den Ausgang der Präsidentenwahl in Polen. Wahlsieger Bronislaw Komorowski sei ein „Mann des Dialogs, der auch zuhören kann“, so Muszynski am Montag gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur „Kai“. Das Wahlergebnis tue Polen gut. Der Sieg des Kandidaten der rechtsliberalen Regierungspartei Bürgerplattform PO stabilisiere die Demokratie in dem Land, so der Alterzbischof von Gnesen weiter. Regierung und Präsident würden nun besser kooperieren. Zugleich gebe es eine klare und starke Opposition. Komorowski gewann am Sonntag die Stichwahl gegen den konservativen Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski. Für Komorowski stimmten gut 52,6 Prozent, für Kaczynski 47,4 Prozent, wie die Wahlkommission am Montag nach Auszählung fast aller Wahlbezirke mitteilte. (kipa)

Published in: on 5. Juli 2010 at 17:32  Schreibe einen Kommentar  

Ernennung

Papst Benedikt XVI. hat den Titularbischof von Canosa und bisherigen Apostolischen Nuntius am Sitz der Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore, zum Apostolischen Nuntius für Polen ernannt.

Seligsprechung in Warschau

100jährige Mutter des neuen Seligen

„Ich freue mich, dass Polen einen Fürsprecher bei Gott haben wird.“ Das hat Marianna Popieluszko gesagt. An diesem Sonntag ist der Sohn der 100-Jährigen selig gesprochen worden. Mit einem Gehstock ist die Mutter des berühmten Widerständlers der Freiheitsbewegung Solidarnosc an das Mikrofon der Altarbühne getreten und betete vor dem offiziellen Gottesdienst den Rosenkranz. Rund 150.000 Gläubige waren zu der Feier auf dem Pilsudski-Platz in Warschau zusammengekommen. Der Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskommission, Erzbischof Angelo Amato, verlas das Seligsprechungsdekret von Papst Benedikt XVI.. Dieter Bingen ist Direktor des Deutschen Polen Instituts (DPI). Wieso Jerzy Popieluszko, der 1984 ermordete Priester zur Symbolfigur des kirchlichen Widerstandes wurde, dazu sagt Bingen:

„Jerzy Popieluszko war der herausragende Priester, der in der Zeit der Solidarnosc und nach der Verhängung des Kriegsrecht vor allem sich auf die Seite der Verteidiger der Menschenrechte und Bürgerrechte stellte und den Unterdrückten, den Verfolgten und ihren Familien geholfen hat und so ist er ein Symbol für das Zeugnis der Kirche eben zugunsten der Menschen gegen eine Macht die grundlegende Menschen- und Bürgerrechte negiert hat.“ (rv/kna)

Published in: on 9. Juni 2010 at 18:24  Schreibe einen Kommentar