Rücktritt und Ernennung

Bistum Viana do Castelo (Portugal)

Papst Benedikt XVI. hat das altersgemäße Rücktrittsgesuch des Bischofs José Augusto Martins Fernandes Pedreira gemäß Can. 401 § 1 (CIC) angenommen.

Zum Nachfolger wurde der bisherige Titularbischof von Aquae Flaviae und Weihbischof in Lissabon (Portugal), Bischof Anacleto Cordeiro Gonçalves de Oliveira ernannt.

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Published in: on 30. Juni 2010 at 15:03  Schreibe einen Kommentar  

Bischof Carlos Francisco Martins Pereira verstorben

Am 4. Juni ist Bischof Carlos Francisco Martins Pereira im Alter von 85 Jahren verstorben.

Bischof Martins Pereira wurde 1985 von Papst Benedikt zum Titularbischof von Dumium und Weihbischof in Braga (Portugal) ernannt. Sein altersgemäßes Rücktrittsgesuch nahm der Papst im Jahr 2000 an.

Published in: on 5. Juni 2010 at 15:58  Schreibe einen Kommentar  

Rückschau: Papstreise nach Israel – ein Jahr danach

Am letzten Freitagabend ist Papst Benedikt aus Portugal nach Rom zurückgekehrt – heute jährt sich allerdings der Schlusspunkt einer anderen Papstreise, nämlich der Israelreise Benedikts XVI. im Mai 2009. Was ist geblieben von der mit viel Spannung erwarteten und von vielen Hoffnungen begleiteten Papstreise ins Heilige Land? Hat die Visite einen Nachhall hinterlassen oder gar Veränderungen auf dem von Schwierigkeiten gezeichneten Stückchen Erde bewirkt? Diese Frage haben wir vor Ort gestellt und von Kimanteri Dartemius in Bethlehem folgende Antwort erhalten:

„Er kam für einige Stunden zu uns nach Bethlehem und hat in der Geburtskirche Messe gefeiert. Es konnten sogar Christen aus Gaza kommen und mitfeiern. Ich glaube, das war eine wesentlich innigere Begegnung als in Jerusalem, wo der Sicherheitsaufwand sehr groß war. Die Menschen in Bethlehem waren fröhlich! Und auch, wenn die Botschaft des Friedens für die Welt, die der Vatikan vertritt, nicht bis in die israelische Politik vorgedrungen sein mag, wurden die Christen vor Ort doch durch die Anwesenheit Papst Benedikts bestärkt.“

Dartemius gehört dem griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem in Bethlehem an. In Jerusalem selbst hat Papst Benedikt natürlich auch das Heilige Grab besucht. Selbstverständlich habe ihn der Besuch des Papstes berührt, erzählt Franziskanerbruder Marcello aus Argentinien, der den römisch-katholischen Teil der Grabeskirche hütet. (rv)

Published in: on 16. Mai 2010 at 09:44  Schreibe einen Kommentar  

Papst auf Pilgerreise in Portugal

Papst sagt „Obrigado“
Benedikt XVI. hat sich bei den portugiesischen Gastgebern bedankt und verabschiedet. Zum Abschluss seiner viertägigen Portugalreise sagte der Papst am Freitagnachmittag:

„Möge diese ruhmreiche Nation weiter Geistesgröße zeigen, ein tiefes Bewusstsein für Gott, eine solidarische Offenheit füreinander, die durch von einem christlichen Humanismus geprägte Prinzipien und Werte geleitet ist.“

Auf dem Flughafen von Porto kurz vor seinem Rückflug bedankte sich das Kirchenoberhaupt beim portugiesischen Präsidenten Anibal Cavaco Silva, den Bischöfen des Landes sowie allen Helfern und Gläubigen für einen „liebevollen Empfang“.

„Es ist für mich eine große Freude gewesen, Glauben und Frömmigkeit der portugiesischen Kirche erfahren zu dürfen. Ich hoffe, dass mein Besuch ein Ansporn zu einem erneuerten spirituellen und apostolischen Eifer wird.“

Benedikt XVI. ruft zu Mission auf
Die letzte Etappe seiner Portugalreise führte Papst Benedikt XVI. an diesem Freitag nach Porto. Am frühen Morgen flog er im Helikopter von Fatima aus in die zweitgrößte Stadt Portugals. Bei einer kurzen Begrüßung im Rathaus erhielt der Papst vom Bürgermeister Rui Rio den Stadtschlüssel als Willkommensgeschenk. Trotz bedeckten Himmels war die Stimmung der etwa 150.000 Gläubigen ungetrübt. Schwerpunkte seiner Predigt beim Abschlussgottesdienst waren der interreligiöse Dialog und die Mission. Die moderne Welt stelle die Kirche heute vor neue Herausforderungen, die Voraussetzungen der Mission hätten sich grundlegend gewandelt. Der Papst sagte:

„Der Bereich der Missionierung der Völker hat sich heute bemerkenswert verbreitert und kann nicht nur in geographischer Hinsicht definiert werden, auf uns warten nicht nur nichtchristliche Völker und Länder, die weit entfernt sind, sondern auch soziale und kulturelle Bereiche und die Herzen, die ja das wahre Ziel der Missionstätigkeit sind.“

Der Christ sei ein Missionar Christi in der Welt, so der Papst weiter. Ohne Gott sei der Mensch orientierungslos und begreife sich selbst nicht. Genauso dürfe auch die Kirche sich nicht in sich selbst verschließen:

„Wir müssen der Versuchung widerstehen, uns auf das zu beschränken, was wir besitzen oder was wir meinen, sicher und selbst zu besitzen – das wäre ein Sterben auf Zeit.“ (rv)

Sozialarbeit mit klarer christlicher Ausrichtung – dafür sprach sich Benedikt XVI. vor den Vertretern der wichtigsten portugiesischen Hilfsorganisationen am Donnerstag aus. In Zielen und Strukturen von Sozialeinrichtungen müsse sich deutlich ein eigenes, katholisches Profil widerspiegeln:

„Diese starke Identität ist ein Dienst an den Bedürftigen. Sie ist ein wichtiger Schritt, um der christlichen Sozialarbeit Autonomie und Unabhängigkeit von Politik und Ideologien zu geben. Auch wenn sie mit den staatlichen Organen zusammenarbeitet, um gemeinsame Ziele zu erreichen.“

Allgemein sei es nicht leicht, Glauben und karitative Tätigkeiten zu verbinden, so der Papst weiter. Die gegenwärtige Kultur favorisiere das „Recht des Stärkeren und den schnellen Profit“. Das wirke sich auch auf die kirchliche Sozialarbeit aus:

„Dieser Druck der dominanten Kultur beeinflusst auch unsere Art zu denken, unsere Projekte und die Chancen unserer Arbeit. Hier besteht die Gefahr, dass diese Arbeit von ihrer ursprünglichen Motivation entkoppelt wird, nämlich der Inspiration im christlichen Glauben und der Hoffnung.“

Dabei dürfe der Kern des karitativen Dienstes aber nicht beeinträchtigt werden:

„In dieser geteilten Welt ist allen die tiefe und authentische Einheit von Herz, Geist und Handeln geboten.“ (rv/kna)

Nach der Begegnung mit Sozialarbeitern traf das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstagabend in Fatima die portugiesischen Bischöfe. Der Präsident der portugiesischen Bischofskonferenz, Jorge Ortiga, dankte dem Papst für sein Kommen; das Kirchenoberhaupt könne sich der uneingeschränkten Unterstützung und Zuneigung der portugiesischen Glaubensgemeinschaft sicher sein, so der Bischof von Fatima. Der Papst legte den Oberhirten seinerseits eine verstärkte Fürsorge für die Priester ihrer Diözesen ans Herz:

„Im zu Ende gehenden Priesterjahr entdeckt, geliebte Brüder, eure bischöfliche Väterlichkeit vor allem gegenüber euren Geistlichen. Diese Verantwortung der Autorität als Dienst an den anderen, vor allem den Priestern, und für ihr Wachstum, ist zu lange als zweitrangig betrachtet worden.“

In einem Moment der „Müdigkeit der Kirche“ müsse es darum gehen, gemeinsam die „ursprüngliche Freude des Christentums“ wieder zu entdecken und die Gläubigen für ein größeres Engagement in der Gesellschaft zu gewinnen. (rv/kna)

Papst Benedikt XVI. wird eventuell an der 100-Jahr-Feier von Fatima im Jahr 2017 teilnehmen. Wenn es dem Papst gut gehe, könne er durchaus seine Mitwirkung in Erwägung ziehen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Donnerstag vor Journalisten in dem portugiesischen Wallfahrtsort. Der Papst sei in guter Verfassung, betonte Lombardi. Anders als bei seinem Maltabesuch vor einem Monat habe es beim Festgottesdienst an diesem Donnerstag keinen „Augenblick von Müdigkeit“ gegeben. Bei der Messe in Malta war das 83-jährige Oberhaupt kurz eingenickt. Benedikt XVI. sei jedoch „sehr vorsichtig, was seine Termine in den kommenden Jahren angehe“, sagte Lombardi. Der Papst habe noch keine konkrete Verpflichtung übernommen. – Der Vatikansprecher zog dann auch schon ein erstes Fazit dieser 15. Auslandsreise des Papstes: Sie sei bisher „positive und ermutigend“ gewesen, was vor allem der sichtbaren Zuneigung der Portugiesen gegenüber dem Kirchenoberhaupt zu verdanken sei. (ansa/kna)

Published in: on 14. Mai 2010 at 21:06  Schreibe einen Kommentar  

Papst auf Pilgerreise in Portugal

Am Hauptziel der apostolischen Reise
Am Mittwochabend ist Papst Benedikt XVI. am Hauptziel seiner 15. Auslandsreise angekommen. Er besuchte die Erscheinungskapelle im Heiligtum von Fatima und feierte anschließend die Vesper mit Priestern, Ordensleuten, Seminaristen und Diakonen in der Dreifaltigkeitskirche.

Benedikt XVI.: „Den Glauben nicht verlöschen lassen“
Jubel brach los, als der grüne Militärhubschrauber mit dem Papst an Bord über Fatima auftauchte. Hunderttausende von Menschen waren gekommen, viele waren dafür tagelang zu Fuß unterwegs. Nach seiner Ankunft betete der Papst vor der Statue Unserer Lieben Frau von Fatima: „Maria, unsere Herrin und Mutter, hier bin ich – ein Sohn, der seine Mutter besucht… Als Nachfolger Petri bringe ich zu deinem Unbefleckten Herzen die Freuden und Hoffnungen, die Schwierigkeiten und Leiden eines jeden deiner Kinder.“ Ausdrücklich erinnerte er dann an seinen Vorgänger Johannes Paul II., der sein Überleben beim Attentat von 1981 der Gottesmutter zuschrieb. Schließlich betete das Kirchenoberhaupt im Herzen des Heiligtums.

Vesper mit Priestern und Lichterprozession
Nächster Programmpunkt war eine Vesper mit Priestern, Ordensleuten, gottgeweihten Menschen und Seminaristen in der neuen Dreifaltigkeitskirche. Der Gottesdienst mit dem Papst schreibt sich in das „Jahr der Priester“ ein, das noch bis Ende Juni andauert. In einem Weihegebet vertraute Benedikt XVI. alle Priester dem Unbefleckten Herzen Mariens an.

Benedikt XVI.: „Hirtenkinder sind Ansporn“
Am Donnerstagmorgen fand dann im Heiligtum von Fatima die Heilige Messe statt. Der Wallfahrtsort war kaum wieder zu erkennen: Mehr als 300.000 Menschen waren nach Angaben des Vatikans gekommen, um Benedikt XVI. zu begrüßen. Ein Meer aus wehenden grünen Fähnchen und „Viva il Papa“-Rufe schlugen dem Papst in seinem Papamobil entgegen.

Die Marienerscheinung – sie hatte die Gläubigen an diesem Ort zusammengebracht: Es ist der 13. Mai 1917, brennend heiße Mittagsstunde. Drei Hirtenkinder, sie heißen Lucia, Francesco und Giacinta, spielen auf einem kleinen Hügel der Cova von Iria. Plötzlich lässt ein Blitz sie innehalten. Sie rufen ihre Herde zusammen. Mitten in der Cova, der Senke, sehen sie über einer der alten Steineichen wieder einen Blitz. Ganz in weiß, strahlender als die Sonne, ist vor ihnen eine Frau. Die erste Erscheinung der Gottesmutter.

Papstkommentar zu Säkularisierung, Wirtschaft, Missbrauch
„Was Portugal betrifft, empfinde ich vor allem Freude und Dankbarkeit für all das, was dieses Land in der Welt und in der Geschichte geleistet hat und leistet, sowie für die tiefe Menschlichkeit dieses Volkes, die ich bei einem Besuch und im Umgang mit zahlreichen portugiesischen Freunden kennen lernen konnte.“ Das sagte Papst Benedikt XVI. am Dienstag auf dem Flug von Rom nach Portugal. In der „fliegenden Pressekonferenz“ äußerte er sich zum Säkularisierungsprozess, zur Wirtschaftskrise sowie zu den Missbrauchsskandalen.

Published in: on 14. Mai 2010 at 20:53  Schreibe einen Kommentar  

Papst auf Pilgerreise in Portugal

Papst fliegt nach Fatima weiter
Papst Benedikt XVI. hat den ersten Teil seines viertägigen Portugalbesuchs beendet. Am Mittwochmittag traf er in der Nuntiatur von Lissabon mit Ministerpräsident Jose Socrates zusammen. Am Nachmittag flog er mit dem Hubschrauber nach Fatima, dem rund 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegenen Hauptziel seiner 15. Auslandsreise.

Der Papst und der Premierminister
Über das Treffen mit Socrates sagte Vatikansprecher Federico Lombardi, dass der Papst und der Premierminister über die Rolle der Kirche in der portugiesischen Gesellschaft gesprochen haben. (kap/rv)

Papst Benedikt XVI. hat zu einem verstärkten Dialog der Kulturen aufgerufen. Das sagte er an diesem Mittwoch in Lissabon bei einem Treffen mit portugiesischen Kulturschaffenden. Benedikt XVI. traf Vertreter von sechs Religionsgemeinschaften und Kultur im Zentrum Belem in der portugiesischen Hauptstadt. Der Papst mahnte vor einer Vernachlässigung der Tradition. Dies könne vor allem zu einer Krise der Wahrheit führen, so der Papst.

„Es ist dramatisch für eine überwiegend katholisch geprägte Gesellschaft, wenn versucht wird, die Wahrheit jenseits von Jesus Christus zu suchen. Ein Volk, das nicht mehr um die rechte Wahrheit weiß, verliert sich in den Labyrinthen der Zeit und der Geschichte ohne verbindliche Werte und große Ziele.“

Zugleich warnte der Papst vor einer einseitigen Fixierung auf die Gegenwart. Es bestehe heute eine Spannung zwischen Tradition und Gegenwart, die bisweilen Formen eines Konfliktes annehme, erklärte Benedikt XVI.

„Eine ausschließliche Konzentration auf das Hier und Heute widerspricht jedoch einer großen kulturellen Tradition wie der des portugiesischen Volkes, die durch das Christentum und ein Bewusstsein für globale Verantwortung tief geprägt worden ist.“

Der Papst hob zugleich die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen den Kulturen und Religionen hervor. Auch die Kirche entziehe sich nicht der Einsicht, dass ein aufrichtiges und respektvolles Gespräch in der heutigen Welt von größter Bedeutung sei, sagte der Papst.

„Die Kirche muss noch lernen, wie sie am ewigen Charakter der christlichen Wahrheit festhalten und zugleich den anderen Wahrheiten Respekt entgegenbringen kann. Ein solcher Dialog kann durchaus neue Türen für die Vermittlung der Wahrheit öffnen. Es genügt hierbei nicht, lediglich die Existenz einer anderen Kultur zu akzeptieren. Vielmehr gilt es, sich bereichern zu lassen von dem, was diese Kultur an Gutem, Wahrem und Schönem enthält.“ (rv/kna)


Papst Benedikt XVI. hat sich bei seiner ersten großen Messe in Portugal besorgt über einen Rückgang an Glaubenssubstanz geäußert. Benedikt XVI. rief zu einer christlichen Erneuerung auf. Man sorge sich oft mühevoll um die sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen des Glaubens und setze dabei als selbstverständlich voraus, dass dieser Glauben auch vorhanden sei.

Ein nachdenklicher Papst und jubelnde Gläubige – Mit einem Regen aus Blütenblättern hat Portugal Benedikt XVI. bei seiner ersten großen Messe vor Ort begrüßt. Mehr als 100.000 Menschen hatten sich am Dienstagabend auf dem Terreiro do Paco in der Nähe des Flusses Tejo versammelt. Jubel und Sprechchöre schallten über den Platz. Es war eine sehr nachdenkliche Predigt, die der Papst am ersten Tag seiner 15. Apostolischen Reise hielt. „Man hat ein vielleicht zu großes Vertrauen in die kirchlichen Strukturen und Programme gelegt, in die Verteilung der Macht und der Aufgaben“, überlegte er auf Portugiesisch. Doch zunächst blickte er zurück in die Geschichte Portugals und erinnerte an die starke portugiesische Missionstätigkeit. In allen fünf Erdteilen gebe es Ortskirchen, die daher rührten.

„In der Vergangenheit hat euer Aufbruch auf der Suche nach anderen Völkern die Bande mit dem, was ihr gewesen seid und geglaubt habt, weder behindert noch zerstört. Im Gegenteil, in christlicher Weisheit ist es euch gelungen, Erfahrungen und Eigentümlichkeiten zu verpflanzen und euch zugleich – in scheinbarer Schwäche, die Stärke bedeutet – dem Beitrag der anderen zu öffnen, um ihr selbst zu sein. Heute nehmt ihr am Aufbau der Europäischen Gemeinschaft teil, und dazu tragt ihr mit eurer kulturellen und religiösen Identität bei.“ (rv)

Gleich nach dem Gottesdienst widmete Benedikt XVI. sich dem Wahrzeichen Lissabons. Dem „Cristo Rei“ – das Christkönigdenkmal am südlichen Ufer des Tejo. 28 Meter hoch ist die Statue, die auf einem 75 Meter hohen Sockel steht. Mit offenen Armen scheint Christus von dort aus Lissabons Besucher zu empfangen. Ein Wallfahrtsort und auch ein Aussichtspunkt, denn es gibt einen Aufzug, der hoch zu den Füßen der Christus-Statue führt. Seit 50 Jahren gibt es dieses Wahrzeichen in Lissabon, erinnerte Benedikt XVI.

„Von dort breitet das Bild Christi die Arme über ganz Portugal aus, um es gleichsam an das Kreuz zu erinnern, an dem Jesus den Frieden für die Welt errungen und sich als König und Knecht offenbart hat, da er der wahre Erlöser der Menschheit ist. In seiner Rolle als Heiligtum möge es immer mehr zu einem Ort werden, an dem jeder Gläubige prüfen kann, wie die Merkmale des Reiches Christi sein Leben aus der Taufe prägen, um das Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens durch das gesellschaftliche Engagement zugunsten der Armen und der Unterdrückten aufzubauen und um die Spiritualität der christlichen Gemeinden auf Christus, den Herrn und Richter der Geschichte, auszurichten.“ (rv)

Portugals wichtigste Zeitungen haben Papst Benedikt XVI. mit ausführlicher Berichterstattung und Sonderbeilagen willkommen geheißen. Mehrere Blätter setzen dabei die Papstreise mit der Wirtschaftskrise und der schwierigen Lage Portugals in Beziehung. Die Zeitung „O Primeiro de Janeiro“ aus Porto äußert etwa die Erwartung, die Regierung werde „die Euphorie rund um den Besuch Benedikt XVI. und die Fußball-Meisterschaft von Benfica Lissabon nutzen, um Steuererhöhungen anzukündigen“. Die Wirtschaftszeitung „Jornal de Negocios“ erinnert daran, dass „Benedikt XVI. eine starke Rolle des Staates verteidigt“. Über die Situation der katholischen Kirche in Portugal selbst titelt die „Correio da Manha“: „Benedikt XVI will den Rückgang der Beichtzahlen aufhalten“. Die Zeitung „24 horas“ verweist darauf, dass die Vulkanasche aus Island auch den Papstbesuch behindert. So habe die Schließung des Flughafens von Funchal auf der Atlantikinsel Madeira dazu geführt, dass die „Jungfrauenstatue, die den Papst begleiten sollte, in Funchal zurückbleibt“. (kna)

Published in: on 12. Mai 2010 at 21:37  Schreibe einen Kommentar  

Papst auf Pilgerreise durch Portugal

Unterwegs als Fatima-Pilger und Missionar
Nicht die Kirche hat Fatima eingesetzt, Fatima selbst hat zur Kirche gefunden. Das hat Papst Benedikt XVI. gleich zu Beginn seiner Portugal-Reise auf dem Flughafen von Lissabon unterstrichen. In seiner Ansprache betonte er, dass er seinen Besuch vor allem als Fatima-Pilger angetreten habe.

„Die Jungfrau ist vom Himmel herab gekommen, um uns an die Wahrheit des Evangeliums zu erinnern, das für Humanität steht. Denn ohne die Liebe und die Hoffnung auf Rettung würde jede Quelle der Hoffnung versiegen. Diese Hoffnung ist nicht zuerst horizontaler, sondern ganz entschieden vertikaler und transzendentaler Natur. Die Beziehung zu Gott ist bestimmend für den Menschen, der von Gott geschaffen und auf ihn hingeordnet ist. Mit seinem Verstand sucht er die Wahrheit, in seinem Wollen strebt er nach dem Guten und von der ästhetischen Dimension des Schönen ist er angezogen. Je nach dem, wie sehr wir uns der Fülle des Lebens und der Weisheit öffnen, die Jesus Christus für uns ist, erweist sich unser Bewusstsein demnach als christlich.“

Die Trennung von Staat und Kirche vor 100 Jahren, hätte für die Kirche in Portugal nicht nur eine große Herausforderung bedeutet, sondern ihr auch neue Spielräume eröffnet.

„In einem pluralen System mit verschiedenen Wertvorstellungen und ethischen Ausrichtungen zu leben, bedeutet eine Reise zum Innersten der eigenen Identität und dem Kern des Christentums. So erstarkt wieder die Bedeutung des Glaubenszeugnisses und der Ruf der Mission, bis hin zur radikalsten Form im Martyrium.“ (rv)

Papst: „Die Feinde der Kirche sind im Inneren“
Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von außerhalb, sondern „entsteht aus der Sünde innerhalb der Kirche“. Das sagte Papst Benedikt XVI. während seines Flugs nach Lissabon am Dienstag vor mitreisenden Journalisten. Dabei bezog er sich auf die Krise, die durch sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker ausgelöst wurde.

„Die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Innern. Die Sünde existiert im Innern der Kirche. Nötig ist deshalb die Bereitschaft zu Buße und Reinigung, aber auch zu einer juristischen Aufarbeitung und Vergebung. Man muss realistisch sein und anerkennen, dass es immer Attacken des Bösen geben wird; am Ende jedoch ist Christus aber stärker.“

Das sogenannte dritte Geheimnis von Fatima, in dem von Angriffen auf einen in Weiß gekleideten Bischof die Rede ist, habe sich in erster Linie auf Johannes Paul II. bezogen, erklärte Benedikt XVI.

„Die „Notwendigkeit des Leidens der Kirche ist aber für die ganze Kirche zu verstehen. Bezeichnend ist, dass Fatima auf diese Prophezeiung eine allgemeine Antwort gibt: den Aufruf zu dauernder Bekehrung, Buße und Gebet.“

In den Visionen der drei Seherkinder im Jahr 1917 gebe es einen „übernatürlichen Impuls“. Die Erscheinungen stammten nicht aus der Einbildungskraft der Seher, sondern kämen von der Gottesmutter Maria, betonte der Papst.

Wirtschaftspositivismus und Ethik
Im Blick auf die auch Portugal betreffende Wirtschafts- und Finanzkrise warnte der Papst vor einer nach seiner Auffassung falschen Trennung zwischen einem Wirtschaftspositivismus einerseits und Ethik andererseits. Die Krise zeige, „dass ein reiner ökonomischer Pragmatismus, der von der Wirklichkeit des Menschen als ethisches Wesen absieht, nicht gut ausgeht, sondern unlösbare Probleme schafft“. Ethik stehe nicht außerhalb von Vernunft und pragmatischem Handeln, sondern liege in deren Innerem, so der Papst. (rv/kipa)

Anlass der Reise ist der 10. Jahrestag der Seligsprechung von Jacinta und Francisco Marto, der Hirtenkinder von Fatima. Das internationale Medieninteresse an der Reise ist enorm, da der Papst auch die Themen der aktuellen Verschuldungs- und Finanzkrise, der Kirchenkrise und der Glaubenskrise ansprechen dürfte. Von der Verschuldungskrise ist Portugal neben Griechenland am meisten betroffen. Landesweit gibt es aktuell Proteste der linken Gewerkschaften gegen den in Kraft getretenen Lohn- und Einstellungstopp im aufgeblähten öffentlichen Sektor des Landes. Daher wird vielerorts ein deutliches Papstwort im Blick auf die Krise erwartet. Auch der Präsidentenamts-Minister in der Regierung, Pedro Silva Pereira, hatte dies erklärt und dabei an die Enzyklika „Caritas in Veritate“ (2009) erinnert. Nach der Ankunft am Dienstag um 11 Uhr in Lissabon und nach der Willkommenszeremonie im Jeronimos-Kloster absolvierte der Papst zuerst einen Höflichkeitsbesuch bei Staatspräsident Anibal Cavaco Silva im Palacio de Belem. Nach einer Pause war ein Gottesdienst mit mehreren Zehntausend Gläubigen am Terreiro do Paco geplant. (kap/rv)

Published in: on 12. Mai 2010 at 21:10  Schreibe einen Kommentar