Einschätzung zur Papstreise des maronitischen Erzbischofs auf Zypern

Erzbischof Joseph Soueif, Zypern

Der maronitische Erzbischof auf Zypern hat eine positive Bilanz der Papstreise gezogen. „Die Reise war ein Erfolg, sie hat tiefe Eindrücke hinterlassen sowohl in spiritueller als auch in ökumenischer Hinsicht”, das sagte Joseph Soueif nach Benedikts Rückkehr. Der Papst besuchte vom 4. bis 6. Juni die Insel, um unter anderem das Instrument laboris, ein Arbeitspapier zur Vorbereitung der Nahostsynode im Herbst, zu überreichen. „Zypern hat die ökumenische Dimension der Kirche weit geöffnet. Diese Dimension wird genährt von einem lebendigen Dialog, der auf Begegnung und Gebet beruht. Denn es ist das Gebet, das vereint”, unterstrich der maronitische Erzbischof. Benedikt habe die katholischen Zyprer besonders auch mit den „kleinen Dingen“ beeindruckt. Ob klein oder groß, allen habe er Mut zugesprochen und den Glauben gestärkt. Es sei ein Besuch gewesen, mit dem Benedikt versichert habe, dass die Präsenz der Christen im Nahen Osten ein Zeichen der Hoffnung ist, für den Frieden und das Leben. Der Maronit zog daraus den Schluss: „Vor dem Hintergrund der Probleme, welche die Menschen in dieser Gegend belasten, darf die Antwort nicht sein, wir verschließen unsere Tür und laufen davon. Es ist nötig, dass wir überzeugt und bewusst eine moderierende Rolle übernehmen und einen sozialen und religiösen Pluralismus ermöglichen“. (rv)

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Published in: on 23. Juni 2010 at 17:38  Schreibe einen Kommentar  

Vor der Nahostsynode

Das Instrumentum laboris lässt die hohen Erwartungen an die Nahostsynode weiter ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt der Salzburger Kirchenhistoriker Dietmar Winkler nach einer Tagung der Wiener Stiftung „Pro Oriente“ im irakisch-kurdischen Sulaimaniyah. Dort seien bei den Kirchen altsyrischer Tradition vor allem zwei Hoffnungen aufgekommen, berichtet Winkler:

„Die erste ist natürlich, dass die Situation im Nahen Osten mehr ins Licht der Öffentlichkeit und ins Bewusstsein rückt. Das wird im Übrigen auch der katholischen Kirche hoch angerechnet, dass sie auf diesem Gebiet Initiative gezeigt hat. Denn alles, was die katholische Kirche verändert, verändert die anderen Kirchen auch. Darin lässt sich die Bedeutung der katholischen Kirche ablesen – trotz mancher schwieriger Herausforderungen hinsichtlich der Ökumene. Der zweite Punkt schließlich ist, dass speziell die Ostkirchen in den Diskussionsprozess der Sondersynode voll eingebunden werden. Das ist ein Wunsch, den sie wirklich haben: Nicht nur Beobachter oder Zuschauer zu sein, sondern vollwertig in den Diskussionsprozess eingebunden zu werden.“

Die lokale Politik beeinflusst unweigerlich die Ökumene-Bestrebungen in Nahost, unterstreicht Dialogexperte Winkler, der an der Entstehung des Instrumentum laboris beteiligt war. Papst Benedikt hatte das Arbeitspapier zur Synode am Sonntag zum Abschluss seiner Zypernreise vorgestellt. (kap/la repubblica)

Published in: on 9. Juni 2010 at 18:29  Schreibe einen Kommentar  

Papstbesuch in Zypern

Ein für diesen Sonntag kurzfristig anberaumtes Treffen in der Apostolischen Nuntiatur in Nikosia zwischen Papst Benedikt XVI. und dem Mufti Yusuf Suicmez, Leiter des Religionsamtes im türkischen Teil Zyperns, ist nicht zustande gekommen. Der ranghohe islamische Vertreter sei zu spät an der Botschaft eingetroffen. Das sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Sonntag vor Journalisten in der zyprischen Hauptstadt. Der Papst sei zu diesem Zeitpunkt schon zu seinem nächsten Programmpunkt aufgebrochen.

Papst Benedikt XVI. ist in der Zwischenzeit wieder in Rom angekommen. Gegen 18.15 Uhr (Ortszeit) flog der Papst am Sonntag in einem Airbus A320 der Fluggesellschaft Cyprus Airways vom Flughafen Larnaka zurück nach Rom.

Die Reise sei ein unerwarteter Erfolg gewesen, resümiert Vatikansprecher P. Federico Lombardi die dreitägige Visite auf der Mittelmeerinsel.

„Was hervorsticht, ist die Tatsache, dass Benedikt XVI. drei Auslandsreisen in eineinhalb Monaten gemacht hat, die alle ein großartiger Erfolg waren. Das kann man so sagen, weil es bei allen drei Besuchen im Vorfeld auch andere Vorstellungen dazu gab. Insbesondere kann man großartige Resultate in Sachen Ökumene feststellen. Gerade die Umarmung am Sonntagmorgen beim Gottesdienst zwischen dem Papst und Chrysostomos ist das prägende Zeichen hierfür. (…) Die Proteste, die es im Vorfeld von Seiten orthodoxer Bischöfe gab, waren absolut marginal und hatten für die gesamte Reisebilanz keine Bedeutung.“

Die Überreichung des Arbeitspapiers für die Nahostsynode im Herbst sei einer der Höhepunkte gewesen, so Lombardi:

„Denn die Reise geht weiter. Es geht nun um eine breite Debatte der katholischen Kirche und aller anderen christlichen Kirchen – für die Menschen im Nahen Osten. Wir hoffen natürlich alle, dass aus der Synode konkrete Pläne hervorgehen. Man kann sagen, dass die Zypernreise hier eine große Bewegung in Gang gesetzt hat.“ (rv/kipa)

Published in: on 9. Juni 2010 at 18:16  Schreibe einen Kommentar  

Angelusgebet vom 6. Juni

Am Ende der Messe im Sportstadium von Nikosia betete Papst Benedikt XVI. mit den Gläubigen den Angelus, das marianische Mittagsgebet der lateinischen Kirche. Maria habe auch in den schweren Stunden unter dem Kreuz an der Gewissheit der Hoffnung festgehalten.

„Tief im Inneren hat sie sich an die Worte des Engels der Verkündigung erinnert. Sogar mitten in der Verlassenheit des Karsamstags hat die Gewissheit der Hoffnung sie in die Freude des Ostermorgens getragen. Und so leben wir, ihre Kinder, in der gleichen zuversichtlichen Hoffnung, dass das Wort, das in Marias Schoß Fleisch geworden ist, uns niemals verlassen wird. Er, der Sohn Gottes und Sohn Marias, stärkt die Gemeinschaft, die uns miteinander verbindet, so dass wir von ihm und von der Macht seiner heilenden und versöhnenden Liebe Zeugnis geben können.“

Nach dem Segen erinnerte der Papst in polnischer Sprache an die Seligsprechung des Priesters und Märtyrers Jerzy Popiełuszko, die zeitgleich in Warschau stattfand:

„Herzliche Segensgrüße sende ich an die Kirche in Polen, die heute die Erhebung des Priesters Jerzy Popiełuszko zur Ehre der Altäre freudig begeht. Sein unermüdlicher Dienst und sein Martyrium sind ein besonderes Zeichen für den Sieg des Guten über das Böse. Mögen sein Beispiel und seine Fürsprache die Priester in ihrem Eifer stärken und die Gläubigen mit Liebe erfüllen.“ (rv)

Published in: on 7. Juni 2010 at 17:41  Schreibe einen Kommentar  

Papstbesuch in Zypern

Höhepunkt des dritten und letzten Tags der Apostolischen Reise Papst Benedikts XVI. nach Zypern war am Sonntagmorgen ein Gottesdienst im Sportstadium von Nicosia. Am Ende der Hl. Messe überreichte er das „Instrumentum Laboris“ der Nahostsynode, die im Oktober im Vatikan stattfindet. Dabei handelt es sich um ein Arbeitsdokument, das erstellt wurde aufgrund von Eingaben der Bischöfe, Priester und Laien aus dem Nahen Osten. Auch gedachte Benedikt erneut des am Donnerstag ermordeten anatolischen Bischofs Luigi Padovese und lancierte einen eindringlichen Friedensappell.

Nach einem Mittagessen in der Apostolischen Nuntiatur mit einigen Patriarchen und Bischöfen und dem orthodoxen Kirchenoberhaupt von Zypern, Chrysostomus II., besuchte der Papst am Nachmittag die maronitische Kathedrale „Unsere Liebe Frau der Gnaden“ in Nicosia.

Am frühen Sonntagabend ist die Abschlusszeremonie auf dem Flughafen von Larnaca geplant. Die Maschine der Cyprus Airways, die den Papst wieder nach Hause bringt, landet am Sonntagabend um 20.45 h auf dem Flughafen Ciampino.

Am Samstag war es nicht zu der Begegnung mit dem Großmufti gekommen, die Vatikansprecher Lombardi als möglich angesehen hatte. Stattdessen begegnete er einem Sufi-Scheich aus dem Nordteil der Insel. Am Samstagabend feiert Benedikt eine Messe in der Hl-Kreuz-Kirche. In der Predigt meditierte der Papst über das Geheimnis des Kreuzes und seine Bedeutung im Leben des Christen. (rv)

Messe im Sportstadium: Papst, „Christen denken Wir, nicht ich“
Am letzten Tag seiner Zypernreise hat Papst Benedikt XVI. zum Einsatz für Versöhnung und Frieden aufgerufen – bei einem bunten Gottesdienst im Sportpalast der zyprischen Hauptstadt, an dem am Sonntagmorgen mehr als 5.000 Menschen teilnahmen. Den anwesenden Patriarchen und Bischöfen aus dem Nahen Osten überreichte Benedikt XVI. im Anschluss das lang erwartete Arbeitsinstrument für die Nahostsynode, die im Oktober im Vatikan stattfinden wird.

Zum Fronleichnamsfest, das hier an diesem Sonntag begangen wird, rief der Papst zu einem tieferen Verständnis der Eucharistie auf: Es gelte aus der „abgeschlossenen Welt der eigenen Individualität“ hinauszutreten. Der Papst:

„Wir dürfen nicht mehr vom „Ich“ her denken, sondern vom „Wir“. Darum beten wir immer Vater „unser“ und bitten um „unser“ tägliches Brot. Das Niederreißen der Mauern zwischen uns und unseren Nächsten ist der erste notwendige Schritt, um in das göttliche Leben einzutreten, zu dem wir berufen sind. Wir müssen von all dem befreit werden, das uns einschließt und isoliert: von Angst und Misstrauen den anderen, von Habgier und Egoismus sowie vom bösen Willen. Dann erst können wir das Risiko der Verwundbarkeit eingehen, der wir uns aussetzen, sooft wir uns für die Liebe öffnen.“

Teile des Gottesdienstes wurden auf Arabisch, Armenisch und in der philippinischen Sprache Tagalog gehalten; für eine besondere Stimmung sorgte orientalische Musik. Ein besonderer Gruß des Papstes ging dann auch an die aus den Philippinen und aus Sri Lanka eingewanderten Katholiken. Die christliche Botschaft der Hoffnung müsse auch überall dort verbreitet werden, wo Konflikte herrschten, so Benedikt XVI. weiter. Mit Blick auf die erste christliche Gemeinschaft rief er auch zur Fürsorge für Arme und Bedürftige auf:

„Sie teilten untereinander ihre Güter, wobei jede Bindung an das Materielle durch die Liebe zu den Brüdern und Schwestern überwunden wurde. Sie fanden gerechte Lösungen für ihre Meinungsverschiedenheiten, wie wir es zum Beispiel bei der Beilegung der Auseinandersetzung zwischen Hellenisten und Hebräern hinsichtlich der täglich Versorgung sehen können. (…) Wir sind berufen, unsere Auseinandersetzungen zu überwinden, in Konfliktsituationen Frieden und Versöhnung zu stiften und der Welt eine Botschaft der Hoffnung zu geben. Wir sind berufen, uns für die Menschen in Not zu öffnen und unsere irdischen Güter großzügig mit all jenen zu teilen, denen es weniger gut geht als uns.“ (rv/kna)

Gedenken an Bischof Padovese, Instrumentum laboris und Friedensappell
Nach der Predigt übergab der Papst allen anwesenden Patriarchen und Bischöfen persönlich das Arbeitsinstrument für die Nahostsynode, die im Oktober im Vatikan stattfinden wird.

Bei der Vorstellung des so genannten „Instrumentum laboris“ gedachte Papst Benedikt XVI. Bischof Luigi Padovese. Der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz war vor wenigen Tagen in der Türkei ermordet worden; in den Vorbereitungen der Nahostsynode nahm er eine Schlüsselrolle ein. Der Papst:

„Die Nachricht von seinem unvorhergesehenen und tragischen Tod am Donnerstag hat uns alle überrascht und schockiert. Ich empfehle seine Seele der Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes. Ich denke daran, wie sehr er sich, besonders als Bischof, für das Verständnis zwischen den Religionen und Kulturen und für den Dialog zwischen den Kirchen eingesetzt hat. Sein Tod ist eine ernüchternde Erinnerung an die Berufung, die allen Christen gemeinsam ist, nämlich in jeder Lage mutige Zeugen für das zu sein, was gut, edel und recht ist.“

Die Hilfe für die Christen im Nahen Osten, der interreligiöse Dialog mit Muslimen und Juden, der palästinensisch-israelische Konflikt sowie die Ökumene mit den Ostkirchen – diese Themen stehen im Mittelpunkt der Bischofssynode für den Nahen Osten, die im Oktober in Rom stattfindet. Das Treffen biete Gelegenheit für Zeichen konkreter Solidarität, sprach der Papst seinen Zuhörern Mut zu, etwa angesichts der Abwanderung von Christen aus der Region:

„Desgleichen ist bekannt, dass manche von euch große Prüfungen ertragen aufgrund der gegenwärtigen Situation. Die Sonderversammlung ist eine Gelegenheit für Christen in der restlichen Welt, ihren Brüdern und Schwestern im Nahen Osten geistige Solidarität und Hilfe anzubieten. Es ist eine Gelegenheit, die große Bedeutung hervorzuheben, welche die Anwesenheit und das Zeugnis der Christen in den Ländern der Bibel darstellen, nicht nur für die christliche Gemeinschaft auf weltweiter Ebene, sondern ebenso für eure Nachbarn und eure Mitbürger.“

Christen wirkten im schwierigen Versöhnungsprozess in Nahost als „Architekten des Friedens“, so der Papst weiter: Erziehung, Krankenpflege, Sozialhilfe und interreligiöser Dialog – in all diesen Einsatzbereichen spielten Christen eine „unschätzbare Rolle“, für die sie Anerkennung verdienten. Die Synode müsse mehr Aufmerksamkeit der Internationalen Gemeinschaft für die Probleme der Christen in Nahost wecken, hofft der Papst, der in seiner Ansprache nochmals eindringlich zu Frieden im Heiligen Land aufrief:

„In dieser schwerwiegenden Angelegenheit wiederhole ich meinen persönlichen Aufruf zu dringenden und gemeinsamen Anstrengungen, die aktuellen Spannungen im Nahen Osten, vor allem im Heiligen Land, zu lösen, bevor diese Konflikte zu größerem Blutvergießen führen.“

Der Generalsekretär der Bischofssynode, Erzbischof Nicola Eterovic, dankte dem Papst im Namen aller Synodenmitglieder. Die Probleme der Christen im Nahen Osten seien dem Überlebenskampf in einer „Wüste“ zu vergleichen; man hoffe, den zahleichen christlichen Traditionen der Region mit der Nahostsynode neue pastorale Impulse zu geben und sie in ihrer Missionstätigkeit zu stärken, so der Erzbischof weiter. „Unsere Insel ist eine Oase, die international geschützt werden sollte. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten ist sie ein Ort, an dem kultureller Dialog stattfindet.“ Daran erinnerte der maronitische Erzbischof von Zypern, Youssel Soueif, der dem Papst im Namen der Zyprer warme Dankesworte aussprach. Benedikts Besuch habe auf der Insel Geschichte geschrieben, so Soueif weiter, und habe sich ins Gedächtnis der Inselbewohner eingebrannt. (rv)

Benedikt XVI.: „Maroniten, bleibt eurem Erbe treu!“
Letzter Programmpunkt der Apostolischen Reise war am Sonntagnachmittag ein kurzer Besuch in der maronitischen Kathedrale von Nicosia. Benedikt XVI. würdigte hier besonders die Maroniten, die die größte katholischen Eigenkirche im Nahen Osten bilden und seit Jahrhunderten ungespalten in Einheit mit dem Papst von Rom stehen.

Der maronitische Patriarch, Kardinal Nasrallah Sfeir, dankte dem Papst und betete ein Bußgebet der syrischen Liturgietradition. In seiner Ansprache sagte der Papst, die Maroniten hätten oft Schwierigkeiten gehabt, ihrem besonderen christlichen Erbe treu zu bleiben. Dennoch seien sie treu im Glauben ihrer Väter geblieben. Eindringlich bat er die Gläubigen, dieses Erbe in Ehren zu halten.

„Zusammen mit den Christen auf der ganzen Welt sind wir Teil jenes großen Tempels, des mystischen Leibes Christi. Unser geistiger Gottesdienst, der in vielen Sprachen, an vielen Orten und in einer schönen Vielfalt von Liturgien dargebracht wird, ist Ausdruck der einen Stimme des Volkes Gottes, das im Lob und Dank an ihn und in der beständigen Gemeinschaft untereinander geeint ist. Diese Gemeinschaft, die uns sehr am Herzen liegt, drängt uns, die Gute Nachricht unseres neuen Lebens in Christus der ganzen Menschheit zu bringen.“ (rv)

Papst Benedikt XVI. ist am Samstag auf Zypern mit einem islamischen Gelehrten aus dem besetzten Nordteil der Insel zusammengetroffen. Es kam offenbar spontan zu einer Begegnung, als der Papst auf dem Weg in die Apostolische Nuntiatur von Nikosia war. Bei dem muslimischen Geistlichen handelt es sich um den 89-jährigen Sufi-Führer Scheich Mohammed Nazim Abil Al-Haqqani, der sehr um den interreligiösen Dialog bemüht ist. Er gab dem Papst gegenüber an, hinter der Kirche des Heilig-Kreuz-Kirche im türkisch besetzten Nordteil von Nakosia zu wohnen und dass er extra gekommen sei, um den Papst zu begrüßen. Der Scheich übergab dem Papst verschiedene Geschenke, darunter eine Tafel mit einer islamischen Inschrift und einen Rosenkranz. Der Papst schenkte ihm eine Medaille. Nach Vatikanangaben verlief das Treffen sehr herzlich und endete mit einer Umarmung. Zum Treffen mit dem Großmufti aus dem besetzten Nordteil der Insel kam es Samstag dagegen nicht. Der Vatikan hatte im Vorfeld eine solche Möglichkeit angekündigt. (rv)

Papst in der Hl.-Kreuz-Kirche: „Wandert nicht aus!“
Papst Benedikt XVI. hat am Samstagabend die Christen im Nahen Osten ermutigt, ungeachtet der schwierigen Lage in ihren Heimatländern zu bleiben. Viele Familien entschieden sich angesichts von Konflikten und Spannungen für eine Auswanderung, sagte der Papst während einer Messe mit der katholischen Gemeinde Zyperns in Nikosia. Dies könne auch Priester in die Versuchung führen, ihr Heimatland zu verlassen. Wer jedoch standfest bleibe und weiterhin christliches Zeugnis ablege, sei nicht nur für Christen ein „außerordentliches Zeichen der Hoffnung“, sondern für alle Bewohner der Region, hob der Papst in seiner Predigt vor rund 300 Gläubigen hervor. Allein die Präsenz der Christen im Nahen Osten sei schon beredter Ausdruck für das unerschütterliche Bekenntnis zu Dialog, Versöhnung und „liebender Annahme des Anderen“.

Das Symbol des christlichen Kreuzes bezeichnete Benedikt XVI. als bedeutendstes Zeichen gegen Gewalt und Unterdrückung. Es habe in seiner tiefsten Bedeutung nichts zu tun mit dem Aufzwingen eines Glaubens oder einer Philosophie. Ebenso wenig handle es sich nur um ein „privates Symbol der Verehrung“ oder ein Mitgliedszeichen einer gesellschaftlichen Gruppe. Es sei vielmehr das „beredteste Zeugnis der Hoffnung“, das es je gegeben habe, sagte der Papst.

Eine Welt ohne Kreuz wäre eine Welt ohne Hoffnung, in der Unrecht, Brutalität und Gier ungehindert herrschten und die Armen ausgebeutet würden. Nur das Kreuz könne den „Teufelskreis der Gewalt“ beenden, hob das Kirchenoberhaupt hervor. Dieses Symbol stehe für den „Triumph“ der Liebe Gottes. Dieser habe durch seinen rettenden Eingriff die Wirklichkeit des Todes und der Sünde in ihr Gegenteil verkehrt. – In der Heilig-Kreuz-Kirche von Nikosia feierte der Papst am Samstagnachmittag, 5. Juni, mit rund dreihundert Priestern, Ordensleuten und weiteren Vertretern der katholischen Gemeinde Zyperns eine Messe. Von den 800.000 Einwohnern der Insel sind rund 25.000 Katholiken. (kipa)

Die Reden des Papstes
Zum Nachlesen bieten wir Ihnen hier die einzelnen Ansprachen Papst Benedikts XVI.

„Das Kreuz spricht von Hoffnung, es spricht von Liebe, vom Sieg der Gewaltlosigkeit über die Unterdrückung, es spricht von Gott, der die Niedrigen erhöht, die Schwachen stärkt, Spaltungen beseitigt und den Hass durch die Liebe überwindet.“

„Wir dürfen nicht mehr vom „Ich“ her denken, sondern vom „Wir“. Darum beten wir immer Vater „unser“ und bitten um „unser“ tägliches Brot. Das Niederreißen der Mauern zwischen uns und unseren Nächsten ist der erste notwendige Schritt, um in das göttliche Leben einzutreten, zu dem wir berufen sind.“

„In dieser schwerwiegenden Angelegenheit wiederhole ich meinen persönlichen Aufruf zu dringenden und gemeinsamen Anstrengungen, die aktuellen Spannungen im Nahen Osten, vor allem im Heiligen Land, zu lösen, bevor diese Konflikte zu größerem Blutvergießen führen.“

„Bitten wir nun Maria, unsere Mutter, um ihre Fürsprache bei Christus, ihrem Sohn, dem Friedensfürst, für uns alle, für das Volk von Zypern und für die Kirche im ganzen Nahen Osten.“

„Obwohl ihr Glaube wie Gold im Feuer geprüft wurde (vgl. 1 Petr 1,7), blieben sie dennoch treu im Glauben ihrer Väter, einem Glauben, der nun euch übergeben wurde, den maronitischen Zyprioten von heute. Ich bitte euch eindringlich, dieses Erbe, diese wertvolle Gabe in Ehren zu halten.“

Published in: on 7. Juni 2010 at 17:39  Schreibe einen Kommentar  

Papstbesuch in Zypern

Papst Benedikt würdigt Makarios
Für die Geschichte der Republik Zypern spielt Makarios III. (1913-1977) eine große Rolle. Der orthodoxe Erzbischof war nach der Unabhängigkeit Zyperns 1960 auch erster Präsident des Landes. Im Garten des Präsidentenpalastes befindet sich ihm zu Ehren ein Denkmal. Vor diesem Denkmal legte Papst Benedikt am Samstagmorgen einen Kranz ab. Makarios Wirken würdigte Benedikt in einer Rede vor dem amtierenden Präsidenten und hochrangigen Diplomaten:

„Soeben habe ich an der Gedenkstätte für den verstorbenen Erzbischof Makarios, den ersten Präsidenten der Republik Zypern, einen Kranz niedergelegt. Wie er muss sich jeder von Ihnen im öffentlichen Dienst für das Wohl der Anderen in der Gesellschaft einsetzen, sei es auf lokaler, auf nationaler oder internationaler Ebene. Das ist eine edle, von der Kirche mit Wertschätzung bedachte Berufung. Wenn der öffentliche Dienst gewissenhaft ausgeführt wird, kann er uns einen Gewinn an Weisheit, Redlichkeit und persönlicher Erfüllung eintragen.“ (rv)

Der Besuch des Papstes in der maronitischen Schule
Papst Benedikt XVI. strahlte über das ganze Gesicht, als die Schüler einer maronitischen Schule auf Zypern am Samstagvormittag für ihn sangen, tanzten, kleine Theaterstücke aufführten. Auf Griechisch rief er ihnen zu:

„Seid stark im Glauben, froh im Dienst für Gott und großzügig mit eurer Zeit und euren Talenten! Helft, eine bessere Zukunft für die Kirche und für euer Land aufzubauen, indem ihr das Wohl der Anderen vor das eigene stellt.“

Rund 2.000 Personen waren in der Schule zusammengekommen – trotz großer Hitze. Auf über 30 Grad Celsius kletterte die Thermometeranzeige in Zyperns Hauptstadt Nikosia. Es war eine atemberaubende Kulisse, vor der Benedikt sprach. Hinter der Schule öffnete sich die weite hügelige Landschaft Zyperns.

„Bei diesem historischen Anlass, dem ersten Besuch des Bischofs von Rom in Zypern, komme ich, um euch im Glauben an Jesus Christus zu stärken und euch zu ermutigen, in Treue zur apostolischen Tradition ein Herz und eine Seele zu bleiben (Apg 4,32). Als Nachfolger Petri bin ich heute unter euch, um euch meine Unterstützung, meine Nähe im Gebet und meine Ermutigung zu versichern.“ (rv)

Papst fordert Hilfe für Christen in Nahost
Niemand kann gegenüber den Christen im Nahen Osten gleichgültig bleiben. Das betonte Papst Benedikt XVI. an diesem Samstagmittag in Nikosia bei einem Treffen mit dem orthodoxen Erzbischof Chrysostomos II. Die Gläubigen in dieser Region lebten unter schwierigen Umständen, so der Papst. Das katholische Kirchenoberhaupt ruft deshalb zu einer stärkeren Unterstützung der Christen im Nahen Osten auf.

„Zypern wird traditionell als ein Teil des Heiligen Landes angesehen, und die fortdauernde Konfliktsituation im Nahen Osten muss für alle, die Christus nachfolgen, ein Anlass zur Sorge sein. … Die christlichen Gemeinschaften Zyperns können ein sehr fruchtbares Feld ökumenischer Zusammenarbeit finden, indem sie gemeinsam für Frieden, Versöhnung und Stabilität in jenen Ländern beten und arbeiten, die durch die Gegenwart des Friedensfürsten während seines irdischen Lebens gesegnet wurden.“

Des Weiteren lobte der Papst den Einsatz der orthodoxen Kirche Zyperns für den ökumenischen Dialog. (rv/kna)

Treffen mit islamischem Mufti
Papst Benedikt XVI. wird auf seiner Zypernreise möglicherweise mit einem islamischen Rechtsgelehrten aus dem Nordteil der Insel zusammentreffen. Das erklärte Papstsprecher Federico Lombardi am Freitagabend gegenüber Journalisten. Es bestehe eine konkrete Möglichkeit für eine Begegnung mit einem Mufti, so Lombardi. – Der Papst hält sich während seiner Reise ausschließlich im südlichen Teil der Insel auf. Sie ist seit 1974 geteilt. Die „Türkische Republik Nordzypern“ im Norden der Insel ist international nicht anerkannt. Ein Besuch dieser Region habe während der Planungen nie zur Debatte gestanden, erklärte Lombardi weiter. (kipa)

Die Reden des Papstes
Zum Nachlesen bieten wir Ihnen hier die einzelnen Ansprachen Papst Benedikt XVI.:

„Auf den Spuren unserer gemeinsamen Väter im Glauben, der Heiligen Paulus und Barnabas, bin ich als ein Pilger zu Ihnen gekommen und zugleich als Diener der Diener Gottes.“

Treffen mit islamischem Mufti
Papst Benedikt XVI. wird auf seiner Zypernreise möglicherweise mit einem islamischen Rechtsgelehrten aus dem Nordteil der Insel zusammentreffen. Das erklärte Papstsprecher Federico Lombardi am Freitagabend gegenüber Journalisten. Es bestehe eine konkrete Möglichkeit für eine Begegnung mit einem Mufti, so Lombardi. – Der Papst hält sich während seiner Reise ausschließlich im südlichen Teil der Insel auf. Sie ist seit 1974 geteilt. Die „Türkische Republik Nordzypern“ im Norden der Insel ist international nicht anerkannt. Ein Besuch dieser Region habe während der Planungen nie zur Debatte gestanden, erklärte Lombardi weiter. (kipa)

Die Reden des Papstes
Zum Nachlesen bieten wir Ihnen hier die einzelnen Ansprachen Papst Benedikt XVI.:

„Auf den Spuren unserer gemeinsamen Väter im Glauben, der Heiligen Paulus und Barnabas, bin ich als ein Pilger zu Ihnen gekommen und zugleich als Diener der Diener Gottes.“

„Aus religiöser Sicht sind wir Glieder einer einzigen, von Gott erschaffenen Menschheitsfamilie und dazu berufen, die Einheit zu fördern und eine gerechtere und brüderlichere Welt aufzubauen.“

“Es ist mir eine große Freude, bei euch zu sein, den Vertretern der katholischen Gemeinde in Zypern.“

“Die christlichen Gemeinschaften Zyperns können ein sehr fruchtbares Feld ökumenischer Zusammenarbeit finden, indem sie gemeinsam für Frieden, Versöhnung und Stabilität in jenen Ländern beten und arbeiten, die durch Gegenwart des Friedensfürsten während seines irdischen Lebens gesegnet wurden.”

Published in: on 7. Juni 2010 at 16:35  Schreibe einen Kommentar  

Papstbesuch in Zypern

Benedikt XVI. ist auf Zypern: Am Freitagmittag traf er auf der geteilten Insel ein. Er will hier das Grundlagen-Papier für die Nahostsynode der Bischöfe vorstellen – sie findet im Oktober in Rom statt. Gleich nach seiner Ankunft traf sich der Papst mit dem orthodoxen Kirchenoberhaupt Chrysostomos II. zu einem ökumenischen Gebetsgottesdienst. Dabei erinnerte er an den Beginn der ökumenischen Bewegung vor genau hundert Jahren. Ein Besuch im türkisch besetzten Nordteil der Insel ist nicht vorgesehen. Überschattet wird die Visite Benedikts vom Mord an Bischof Luigi Padovese, dem Vorsitzenden der türkischen Bischofskonferenz. Padovese hatte Benedikt eigentlich auf Zypern treffen wollen. Auch die israelische Militäraktion vor Gaza wirft einen Schatten auf die Papstreise. (rv)

Begrüßungszeremonie: „Freut euch – der Friede sei mit euch“
Um 14 Uhr Ortszeit ist der Papst in der „Republik Zypern“ gelandet – in dem griechischen Teil der Insel also, der seit 2004 zur EU gehört. Auf dem Flughafen des Hafenstädtchens Paphos an der Westküste begrüßte ihn Präsident Demetris Christofias. Seine ersten Worte auf Zypern sprach der Gast aus Rom in griechischer Sprache: „Freut euch – der Friede sei mit euch!“

Zypern liege „an einer Kreuzung von Kulturen und Religionen und von alten epischen Geschichten“, so der Papst. Er hoffe, dass die EU-Mitgliedschaft der Republik zu Wohlstand führe – „und dass auch andere europäische Länder aus eurem reichen Erbe schöpfen, das geistlich wie kulturell ist. Es spiegelt eure historische Rolle zwischen Europa, Asien und Afrika wider.“

„Mögen eure Liebe zur Heimat und zu euren Familien und euer Wille, mit den Nachbarn in Frieden zu leben, euch bei den geduldigen Versuchen leiten, um die ungelösten Probleme zu lösen, die die Zukunft eurer Insel betreffen!“

Er komme als Pilger, so der Papst weiter, und grüße die orthodoxe Mehrheitskirche der Insel „als ein Bruder im Glauben“. Zypern sei „der richtige Ort“, um die Nahost-Bischofssynode vom nächsten Herbst vorzubereiten: Die Kirche wolle nachdenken über ihre langjährige Verwurzelung in der Region.

„Wir wollen unsere Solidarität mit allen Christen in der Region ausdrücken – und unsere Überzeugung, dass sie eine unersetzliche Rolle für den Frieden und die Versöhnung aller hier lebenden Völker haben… Gott segne das Volk von Zypern!“ (rv)

„Gemeinsam um die Einheit bitten“: Ökumenischer Gottesdienst auf den Spuren des Apostels Paulus
Erstes Reiseziel des Papstes auf Zypern: Die Kirche Hagia Kiriaki Chrysopolitissa – ein orthodoxes Gotteshaus, das aber auch Anglikanern und Katholiken offen steht. Es liegt in der Nähe der Ausgrabungen einer frühchristlichen Basilika aus dem vierten Jahrhundert. Hier, am Schauplatz der ersten Missionsreise des heiligen Paulus, feierte Benedikt XVI. einen ökumenischen Gottesdienst zusammen mit dem orthodoxen Erzbischof Chrysostomos II. Für diesen Papst ist es die erste Visite in einem Land mit orthodoxer Bevölkerungsmehrheit; eine breite Mehrheit der Zyprioten freut sich über den Besuch. Allerdings war aus der zweiten Reihe der orthodoxen Bischöfe auch ein gewisses Grummeln zu vernehmen – ein Hinweis darauf, dass die Ökumene eine bleibende Aufgabe ist. Genau das sprach der Papst denn auch in seiner Rede an:

„Die Einheit aller Jünger Christi ist ein Geschenk, um das wir beim Vater bitten müssen – in der Hoffnung, dass dadurch das Zeugnis des Evangeliums in der Welt von heute gestärkt wird. Der Herr selbst hat ja für die Heiligkeit und Einheit seiner Jünger gebetet, ‚damit die Welt glaube‛. Vor genau hundert Jahren ist von einer Konferenz in Edinburgh die moderne ökumenische Bewegung ausgegangen. Heute können wir dem Herrn dafür danken, dass er uns – vor allem in den letzten Jahrzehnten – das reiche apostolische Erbe neu entdecken ließ, das Ost und West gemeinsam haben.“

Erzbischof Chrysostomos klagte gegenüber dem Gast aus Rom über den Angriff der Türkei; sie habe 1974 mit Waffengewalt 37% des zypriotischen Bodens erobert. Die so genannte kultivierte Menschheit sehe tatenlos zu, wie die Türkei versuche, auf die Dauer ganz Zypern unter seine Kontrolle zu bringen. Der Kirchenmann sprach von einer Art „ethnischer Säuberung“, von Vertreibung der orthodoxen Christen, von der Neubesiedlung ihres früheren Lands durch Siedler aus Anatolien. (rv)

Published in: on 5. Juni 2010 at 14:08  Schreibe einen Kommentar  

Papstbesuch in Zypern

Am frühen Freitagmorgen bricht Papst Benedikt XVI. nach Zypern auf – als erster Papst besucht er die seit über 30 Jahren geteilte Insel, auf der nahezu 80 Prozent orthodoxe Christen leben. Zyperns Kirche ist seit 431 eigenständig, befindet sich aber in voller Glaubensgemeinschaft mit anderen orthodoxen Kirchen. Höhepunkt der Papstreise ist neben Treffen mit Bischöfen, Gläubigen und Politikern am kommenden Sonntag die Präsentation des Arbeitsinstrumentes für die Nahostsynode, die im Oktober im Vatikan stattfinden wird. Die meisten Gläubigen und Politiker der Mittelmeerinsel erhoffen sich von der Visite wichtige Impulse für die Ökumene und nicht zuletzt einen positiven Effekt auf die heikle politische Lage.

Der Nordteil der seit 1974 geteilten Insel steht unter der Kontrolle der Türkischen Republik Nordzypern, die nur von der Türkei anerkannt wird. Kann der schwelende Konflikt durch den Papstbesuch abgekühlt oder gar gelöscht werden? Das hofft der Botschafter der Republik Zypern beim Heiligen Stuhl, George Poulides. Im Interview mit unseren italienischen Kollegen sagte er:

„Wir hoffen, dass der Papstbesuch die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf unsere Insel zieht und auf die Bemühungen des zyprischen Präsidenten um die türkisch-zyprische Gemeinschaft und darum, gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Worte des Papstes sind vor diesem Hintergrund äußerst wichtig.“ (rv)

Es ist der erste Papstbesuch auf Zypern. Am Freitag wird Benedikt XVI. in das mehrheitlich orthodoxe Land aufbrechen. Dass dieses Land bisher als Reisestation fehlte, hat auch sicherlich viel mit der ungeklärten Lage des Landes zu tun. Seit 1974 ist Zypern geteilt. Der Norden der Insel wird nur von der Türkei als Türkische Republik Nordzypern anerkannt. Doch auch um die Ökumene wird auf der Insel gerungen, wie unsere Korrespondentin Gabi Fröhlich berichtet, denn nicht alle Bischöfe scheinen mit der Rom zugewandten Art von Erzbischof Chrysostomos einverstanden… (rv)

Gerade rechtzeitig vor dem Eintreffen des Papstes letzten Freitag hat der orthodoxe Erzbischof von Zypern seine Kirche wieder auf Linie gebracht: Am Donnerstag kam es in der zyprischen Bischofssynode zur Aussprache – das Ergebnis: Keiner der Bischöfe wird den Papstbesuch boykottieren, beim Empfang für den Gast aus Rom am Samstag im erzbischöflichen Palais sollen alle Mitglieder der Synode anwesend sein. Vor einigen Tagen klang das noch ganz anders: Gabi Fröhlich berichtet über die ökumenischen Misstöne auf der Insel, die in Sachen Ökumene eigentlich als so etwas wie eine „Insel der Seligen“ gilt…. (rv)

Published in: on 5. Juni 2010 at 14:03  Schreibe einen Kommentar  

Papstboykott auf Zypern

P. Umberto Barato, OFM, Generalvikar von Zypern (hier mit Papst Benedikt XVI.)

Der katholische Generalvikar auf Zypern, Umberto Barato, hat die Kritik von orthodoxen Geistlichen am Papstbesuch auf der Insel scharf zurückgewiesen. Die betreffenden zyprischen Bischöfe diskreditierten sich selbst durch ihre „unqualifizierten Äußerungen“ über den Papst und die katholische Kirche, sagte der Franziskanerobere am Mittwoch. Dem Oberhaupt der katholischen Kirche die Würde des Bischofsamtes abzusprechen, zeuge von wenig Sachkenntnis, meinte Barato, der auch Vertreter des Apostolischen Nuntius in Zypern ist. Die Leitung der zyprisch-orthodoxen Kirche unter Erzbischof Chrysostomos II. habe die „Abtrünnigen“ bereits aufgefordert, ihre Haltung zu korrigieren. Nach Informationen aus Kirchenkreisen sei ihnen sogar mit dem Ausschluss aus der Bischofssynode gedroht worden. – Die Gegner der Ökumene gelten auf Zypern als kleine, aber scharfe Minderheit. Vor allem Mönche vom griechischen Berg Athos führten zuletzt Proteste gegen eine katholisch-orthodoxe Annäherung an, wie etwa beim Treffen der vatikanisch-orthodoxen Dialogkommission im vergangenen Oktober in Paphos. Auch der Bischof Athanasios von Limassol erhielt seine Ausbildung auf Athos. Am Sonntag hatte der Kirchenführer der zweitgrößten zyprischen Stadt in einem Interview unter anderem das Papstamt der Häresie bezichtigt. Benedikt XVI. verursache „Gewissensprobleme für viele fromme Christen“, so Athanasios. Seiner Kritik hatten sich laut Medienberichten unter anderem die Bischöfe von Kyrenia und Amathus angeschlossen. (kipa)

Published in: on 28. Mai 2010 at 22:58  Schreibe einen Kommentar  

Papstboykott auf Zypern ?

Bischof Athanasios von Limassol (Mitte)

Eklat auf der Insel: Der orthodoxe Bischof von Limassol, der zweitgrößten Stadt der Insel, sowie mehrere andere hohe Geistliche wollen dem Besuch von Papst Benedikt XVI. Anfang Juni fernbleiben. Wer immer in dogmatischen Fragen von der orthodoxen Lehre abweiche, sei als Häretiker anzusehen, sagte Metropolit Georgios von Paphos laut zyprischer Tageszeitung „Phileleftheros“ (Dienstag). Zudem betonen die Kirchenführer, Benedikt XVI. komme als Staatsoberhaupt auf Einladung von Präsident Dimitris Christofias; daher bestehe kein zwingender Grund für einen kirchlichen Empfang. Der Papst reist vom 4. bis 6. Juni nach Zypern. Bischof Athanasios von Limassol hatte sich bereits am Sonntag in einem Interview scharf gegen den Papstbesuch ausgesprochen. Das römische Papstamt sei einer von drei tragischen Sündenfällen der Menschheitsgeschichte nach dem Urvater Adam und Judas, dem Verräter Jesu. Mit Blick auf die Ökumene sagte der Bischof, ein Gespräch der Konfessionen sei keine schlechte Sache, müsse aber auf den richtigen Grundlage stattfinden. „Eine Sache ist das Dialogführen, eine andere, den Papst als gültigen Bischof zu empfangen“, so Athanasios. (kipa)

Published in: on 27. Mai 2010 at 13:44  Schreibe einen Kommentar