Sommerprogramm des Papstes

Der päpstliche Zeremonienmeister hat das Sommerprogramm Papst Benedikts vorgestellt. Guido Marini bestätigte dabei die Reisen nach Kroatien (4. und 5. Juni) sowie den Besuch nach San Marino am 19. Juni, die Teilnahme des Papstes am Weltjugendtag in Madrid vom 18. bis 21. August sowie die Reisen nach Ancona (11. September) und die Deutschland-Visite vom 22. bis 25. September. Der nächste Termin ist am 26. Mai: Benedikt XVI. wird in der Basilika Santa Maria Maggiore zusammen mit italienischen Bischöfe zu Ehren des 150. jährigen Jubiläums der Einheit Italiens einen Gottesdienst feiern. Am 15. August wird der Papst in Castel Gandolfo die Messe zu Mariä Himmelfahrt zelebrieren. (rv)

Leitlinien zu „Summorum Pontificum“

Der Vatikan veröffentlicht Regeln zum Umgang mit der „alten Messe“
Der Vatikan hat an diesem Freitag die Regelungen und Leitlinien zur Feier der Messe nach der alten Form des Ritus präzisiert. 2007 hatte Papst Benedikt XVI. im apostolischen Schreiben Summorum Pontificum die Regeln festgelegt, unter denen der Gebrauch der alten Form des Ritus erlaubt sein soll. In der jetzt vom Vatikan veröffentlichten Instruktion erläutert die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei den Umgang mit der „Alten Messe“ und klärt einige im Motu Proprio des Papstes offen gebliebene Punkte.

Der Wortlaut:

PÄPSTLICHE KOMMISSION ECCLESIA DEI

INSTRUKTION
über die Ausführung des als Motu proprio erlassenen
Apostolischen Schreibens Summorum Pontificum
von PAPST BENEDIKT XVI.

I.
Einleitung

1. Das am 7. Juli 2007 als Motu proprio erlassene Apostolische Schreiben Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI., das am 14. September 2007 in Kraft getreten ist, hat der ganzen Kirche den Reichtum der römischen Liturgie besser zugänglich gemacht.

2. Mit diesem Motu proprio hat Papst Benedikt XVI. ein universalkirchliches Gesetz erlassen, um den Gebrauch der römischen Liturgie, wie sie 1962 in Geltung war, neu zu regeln.

3. Der Heilige Vater ruft darin zuerst die Sorge der Päpste um die Pflege der heiligen Liturgie und um die Anerkennung der liturgischen Bücher in Erinnerung und bekräftigt dann ein Prinzip der Tradition, das seit unvordenklicher Zeit anerkannt und auch in Zukunft zu bewahren ist: „Jede Teilkirche muss mit der Gesamtkirche nicht nur hinsichtlich der Glaubenslehre und der sakramentalen Zeichen übereinstimmen, sondern auch hinsichtlich der universal von der apostolischen und ununterbrochenen Überlieferung empfangenen Gebräuche, die einzuhalten sind, nicht nur um Irrtümer zu vermeiden, sondern auch damit der Glaube unversehrt weitergegeben wird; denn das Gesetz des Betens (lex orandi) der Kirche entspricht ihrem Gesetz des Glaubens (lex credendi)“.1

4. Der Heilige Vater erinnert zudem an jene Päpste, die sich in herausragender Weise für dieses Anliegen eingesetzt haben, besonders an den heiligen Gregor den Großen und den heiligen Pius V. Der Papst unterstreicht auch, dass in der Geschichte der liturgischen Bücher das Missale Romanum, das im Lauf der Zeit bis zum seligen Papst Johannes XXIII. verschiedene Erneuerungen erfahren hat, einen besonderen Platz einnimmt. Im Gefolge der liturgischen Reform nach dem II. Vatikanischen Konzil hat Papst Paul VI. im Jahr 1970 ein neues Messbuch für die Kirche des lateinischen Ritus approbiert, das dann in verschiedene Sprachen übersetzt worden ist. Papst Johannes Paul II. hat im Jahr 2000 dessen dritte Ausgabe promulgiert.

5. Verschiedene Gläubige, die im Geist der liturgischen Formen vor dem II. Vatikanischen Konzil geprägt worden sind, haben den innigen Wunsch ausgesprochen, die alte Tradition zu bewahren. Daher hat Papst Johannes Paul II. mit dem von der Heiligen Kongregation für den Gottesdienst 1984 erlassenen Spezialindult Quattuor abhinc annos die Erlaubnis erteilt, den Gebrauch des vom seligen Papst Johannes XXIII. promulgierten römischen Messbuchs unter bestimmten Bedingungen wieder aufzunehmen. Darüber hinaus ersuchte Papst Johannes Paul II. mit dem Motu proprio Ecclesia Dei von 1988 die Bischöfe, diese Erlaubnis allen Gläubigen, die darum bitten, großzügig zu gewähren. In diese Linie stellt sich Papst Benedikt XVI. mit dem Motu proprio Summorum Pontificum, das einige wesentliche Kriterien für den Usus antiquior des römischen Ritus angibt, die hier in Erinnerung gerufen werden sollen.

6. Die Texte des römischen Messbuchs von Papst Paul VI. und des Missale, das in letzter Ausgabe unter Papst Johannes XXIII. erschienen ist, sind zwei Formen der römischen Liturgie, die „ordentliche“ (forma ordinaria) beziehungsweise „außerordentliche“ Form (forma extraordinaria) genannt werden. Dabei handelt es sich um zwei Gebrauchsweisen des einen römischen Ritus, die nebeneinander stehen. Beide Formen sind Ausdruck derselben lex orandi der Kirche. Wegen ihres ehrwürdigen und langen Gebrauchs muss die außerordentliche Form mit gebührender Achtung bewahrt werden.

7. Das Motu proprio Summorum Pontificum wird von einem Brief begleitet, den der Heilige Vater am selben Tag (7. Juli 2007) an die Bischöfe gerichtet hat. Darin gibt er zusätzliche Erklärungen über die Angemessenheit und die Notwendigkeit des Motu proprio; es ging darum, eine Lücke zu schließen und den Gebrauch der römischen Liturgie, die 1962 in Geltung war, neu zu regeln. Dies wurde vor allem deswegen erforderlich, weil es zum Zeitpunkt der Einführung des neuen Messbuchs nicht als nötig erachtet worden war, den Gebrauch der 1962 geltenden Liturgie durch entsprechende Richtlinien zu regeln. Da die Zahl der Gläubigen zunimmt, die darum bitten, die außerordentliche Form gebrauchen zu können, ist es notwendig geworden, darüber einige Normen zu erlassen.

Unter anderem hält Papst Benedikt XVI. fest: „Es gibt keinen Widerspruch zwischen der einen und der anderen Ausgabe des Missale Romanum. In der Liturgiegeschichte gibt es Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch. Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß; es kann nicht plötzlich rundum verboten oder gar schädlich sein“.2

8. Das Motu proprio Summorum Pontificum stellt einen wichtigen Ausdruck des Lehramtes des Papstes und der ihm eigenen Sendung (munus) dar, die heilige Liturgie der Kirche zu regeln und zu ordnen,3 und zeigt seine pastorale Sorge als Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche.4 Sein Schreiben hat folgende Ziele:

a) allen Gläubigen die römische Liturgie im Usus antiquior anzubieten, da sie ein wertvoller Schatz ist, den es zu bewahren gilt;

b) den Gebrauch der forma extraordinaria all jenen wirklich zu gewährleisten und zu ermöglichen, die darum bitten. Dabei ist vorausgesetzt, dass der Gebrauch der 1962 geltenden römischen Liturgie eine Befugnis ist, die zum Wohl der Gläubigen gewährt worden ist und daher zugunsten der Gläubigen, an die sie sich primär richtet, ausgelegt werden muss;

c) die Versöhnung innerhalb der Kirche zu fördern.

II.
Aufgaben der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei

9. Der Heilige Vater hat der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei für den Bereich ihrer Zuständigkeit ordentliche, stellvertretende Hirtengewalt verliehen, insbesondere für die Aufsicht über die Einhaltung und die Anwendung der Vorschriften des Motu proprio Summorum Pontificum (vgl. Art. 12).

10. § 1. Über die besonderen Befugnisse hinaus, die ihr von Papst Johannes Paul II. verliehen und die von Papst Benedikt XVI. bestätigt worden sind (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 11-12), übt die Päpstliche Kommission diese Hirtengewalt auch dadurch aus, dass sie als hierarchischer Oberer die ihr rechtmäßig vorgelegten Rekurse gegen einzelne Verwaltungsakte von Ordinarien entscheidet, die dem Motu proprio zu widersprechen scheinen.

§ 2. Die Dekrete, mit denen die Päpstliche Kommission diese Rekurse entscheidet, können ad normam iuris beim Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur angefochten werden.

11. Es kommt der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei zu, nach vorheriger Approbation durch die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung für die etwaige Herausgabe der liturgischen Texte für die forma extraordinaria des römischen Ritus zu sorgen.

III.
Besondere Normen

12. Diese Päpstliche Kommission erlässt nach Abschluss der Erkundigungen bei den Bischöfen der Welt kraft der Autorität, die ihr verliehen worden ist, und der Befugnisse, die sie besitzt, gemäß can. 34 des Codex des kanonischen Rechtes die vorliegende Instruktion, um die rechte Interpretation und Anwendung des Motu proprio Summorum Pontificum zu gewährleisten.

Die Zuständigkeit der Diözesanbischöfe

13. Nach dem Codex des kanonischen Rechtes müssen die Diözesanbischöfe über das gottesdienstliche Leben wachen, damit das Wohl der Gläubigen gesichert ist und in ihrer Diözese alles sich in Ruhe, Würde und Frieden vollzieht.5 Sie sollen dabei stets der Gesinnung (mens) des Papstes folgen, die im Motu proprio Summorum Pontificum klar zum Ausdruck kommt.6 Im Fall von Auseinandersetzungen oder begründeten Zweifeln über gottesdienstliche Feiern in der forma extraordinaria wird die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei entscheiden.

14. Nach Maßgabe des Motu proprio Summorum Pontificum ist es Aufgabe des Diözesanbischofs, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Achtung der forma extraordinaria des römischen Ritus zu gewährleisten.

Der coetus fidelium (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 5 § 1)

15. Ein coetus fidelium („Gruppe von Gläubigen“) kann dann als stabiliter existens („dauerhaft bestehend“) im Sinn von Art. 5 § 1 des Motu proprio Summorum Pontificum betrachtet werden, wenn er aus einigen Angehörigen einer bestimmter Pfarrei besteht, die sich aufgrund der Verehrung für die Liturgie im Usus antiquior zusammengefunden haben, auch nach der Veröffentlichung des Motu proprio, und die darum bitten, dass die außerordentliche Form in der Pfarrkirche oder in einem Oratorium oder einer Kapelle gefeiert werde. Ein solcher coetus kann auch aus Personen bestehen, die aus verschiedenen Pfarreien oder Diözesen stammen und die zu diesem Zweck in einer bestimmten Pfarrkirche, einem Oratorium oder einer Kapelle zusammenkommen.

16. Für den Fall, dass ein Priester mit einigen Personen gelegentlich in eine Pfarrkirche oder in ein Oratorium kommt, um in der forma extraordinaria nach Art. 2 und 4 des Motu proprio Summorum Pontificum zu zelebrieren, soll der Pfarrer, der Kirchenrektor oder der für eine Kirche verantwortliche Priester diese Feier zulassen, wobei freilich die Erfordernisse der regulär festgelegten Gottesdienstordnung in der jeweiligen Kirche zu beachten sind.

17. § 1. Für Entscheidungen in Einzelfällen soll sich der Pfarrer, der Rektor oder der für eine Kirche verantwortliche Priester von seiner Klugheit sowie von seelsorgerischem Eifer und vom Geist großzügiger Gastfreundschaft leiten lassen.

§ 2. Wenn es sich um kleinere Gruppen handelt, soll man sich an den Ortsordinarius wenden, um eine Kirche zu finden, in der diese Gläubigen sich versammeln und solche Gottesdienste mitfeiern können. Auf diese Weise soll den Gläubigen die Teilnahme erleichtert und eine würdigere Feier der heiligen Messe gewährleistet werden.

18. Auch an Heiligtümern und Wallfahrtsorten soll den Pilgergruppen, die darum bitten, die Feier in der forma extraordinaria ermöglicht werden, wenn ein geeigneter Priester zur Verfügung steht (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 5 § 3).

19. Die Gläubigen, die Gottesdienste in der forma extraordinaria erbitten, dürfen nicht Gruppen unterstützen oder angehören, welche die Gültigkeit oder Erlaubtheit der heiligen Messe oder der Sakramente in der forma ordinaria bestreiten und/oder den Papst als Obersten Hirten der Gesamtkirche ablehnen.

Der sacerdos idoneus (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 5 § 4)

20. Im Bezug auf die Frage nach den notwendigen Voraussetzungen dafür, dass ein Priester für „geeignet“ gehalten werden kann, um in der forma extraordinaria zu zelebrieren, ist Folgendes zu beachten:

a) Jeder Priester, der nach Kirchenrecht nicht daran gehindert ist, muss als geeignet betrachtet werden, die heilige Messe in der forma extraordinaria zu feiern.7

b) Bezüglich des Gebrauchs der lateinischen Sprache ist eine grundlegende Kenntnis erforderlich, die es erlaubt, die Worte richtig auszusprechen und deren Bedeutung zu verstehen.

c) Bezüglich der Vertrautheit mit dem Ablauf des Ritus sind jene Priester als geeignet zu vermuten, die von sich aus in der forma extraordinaria zelebrieren wollen und diese bereits früher verwendet haben.

21. Die Ordinarien werden ersucht, dem Klerus die Möglichkeit zu bieten, eine angemessene Hinführung zu den Feiern der forma extraordinaria zu erhalten. Dies gilt auch für die Seminare, die für eine geeignete Ausbildung der zukünftigen Priester durch das Studium der lateinischen Sprache sorgen müssen8 und, wenn die pastoralen Erfordernisse dies nahelegen, die Möglichkeit bieten sollen, die forma extraordinaria des Ritus zu erlernen.

22. In Bistümern, wo es keine geeigneten Priester gibt, können die Diözesanbischöfe die Mitarbeit von Priestern der Institute erbitten, die von der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei errichtet worden sind, sei es für die Feier von Gottesdiensten, sei es für das eventuelle Erlernen derselben.

23. Das Motu proprio gewährt jedem Welt- und Ordenspriester die Erlaubnis, die Messe sine populo (oder mit Beteiligung nur eines Messdieners) in der forma extraordinaria des römischen Ritus zu feiern (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 2). Daher brauchen die Priester für solche Feiern gemäß dem Motu proprio Summorum Pontificum keinerlei besondere Erlaubnis ihrer Ordinarien oder Oberen.

Die liturgische und kirchliche Disziplin

24. Die liturgischen Bücher der forma extraordinaria sind nach ihren eigenen Vorschriften zu gebrauchen. Alle, die nach der forma extraordinaria des römischen Ritus zelebrieren wollen, müssen die entsprechenden Rubriken kennen und sind dazu verpflichtet, diese bei den gottesdienstlichen Feiern genau zu beachten.

25. In das Missale von 1962 können und müssen neue Heilige und einige neue Präfationen eingefügt werden.9 Dazu werden eigene Regelungen erlassen werden.

26. Wie in Art. 6 des Motu proprio Summorum Pontificum vorgesehen, können die Lesungen der heiligen Messe nach dem Missale von 1962 entweder nur auf Latein oder auf Latein und in einer volkssprachlichen Übersetzung oder, in gelesenen Messen, nur in der Volkssprache vorgetragen werden.

27. Im Bezug auf die mit der Feier der Messe verbundenen disziplinarischen Regelungen finden die Vorschriften des geltenden Codex des kanonischen Rechtes Anwendung.

28. Das Motu proprio Summorum Pontificum ist darüber hinaus ein Spezialgesetz und derogiert daher für den ihm eigenen Bereich von jenen nach 1962 erlassenen Gesetzen, die sich auf die heiligen Riten beziehen und unvereinbar sind mit den Rubriken der liturgischen Bücher, die 1962 in Kraft waren.

Firmung und heilige Weihen

29. Das Motu proprio Summorum Pontificum (vgl. Art. 9 § 2) hat die Erlaubnis bekräftigt, für den Ritus der Firmung die alte Formel zu verwenden. Daher ist es nicht erforderlich, in der forma extraordinaria die erneuerte Formel aus dem Ordo Confirmationis von Paul VI. zu gebrauchen.

30. Im Bezug auf Tonsur, niedere Weihen und Subdiakonat hat das Motu proprio Summorum Pontificum keinerlei Veränderung der Vorschriften des Codex des kanonischen Rechtes von 1983 eingeführt. Folglich gilt in den Instituten des geweihten Lebens und in den Gesellschaften des apostolischen Lebens, die der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei unterstehen: Derjenige, der ewige Gelübde abgelegt hat oder einer klerikalen Gesellschaft des apostolischen Lebens endgültig eingegliedert ist, wird durch den Empfang der Diakonenweihe als Kleriker diesem Institut beziehungsweise dieser Gesellschaft inkardiniert, nach Vorschrift von can. 266 § 2 des Codex des kanonischen Rechtes.

31. Nur in den Instituten des geweihten Lebens und in den Gesellschaften des apostolischen Lebens, die der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei unterstehen, und in jenen, die weiterhin die liturgischen Bücher der forma extraordinaria verwenden, ist der Gebrauch des Pontificale Romanum von 1962 für die Spendung der niederen und höheren Weihen erlaubt.

Breviarium Romanum

32. Den Klerikern wird gemäß Art. 9 § 3 des Motu proprio Summorum Pontificum die Möglichkeit gegeben, das Breviarium Romanum zu verwenden, das 1962 in Geltung war. Es muss vollständig und in lateinischer Sprache gebetet werden.

Die drei österlichen Tage

33. Der coetus fidelium, welcher der früheren liturgischen Tradition folgt, kann auch die drei österlichen Tage in der forma extraordinaria feiern, sofern ein geeigneter Priester vorhanden ist. Wenn keine Kirche oder Kapelle ausschließlich für diese Gottesdienste zur Verfügung steht, sollen der Pfarrer oder der Ordinarius in Abstimmung mit dem geeigneten Priester günstige Lösungen suchen, ohne eine eventuelle Wiederholung der Gottesdienste des österlichen Triduum auszuschließen.

Die Riten der Ordensgemeinschaften

34. Der Gebrauch der eigenen liturgischen Bücher der Ordensgemeinschaften, die 1962 in Geltung waren, ist gestattet.

Pontificale Romanum und Rituale Romanum

35. Der Gebrauch des Pontificale Romanum und des Rituale Romanum wie auch des Caeremoniale Episcoporum, die 1962 in Geltung waren, ist nach Nr. 28 dieser Instruktion erlaubt, unbeschadet der Vorschrift in Nr. 31.

Papst Benedikt XVI. hat in der dem unterzeichneten Präsidenten der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei am 8. April 2011 gewährten Audienz die vorliegende Instruktion gutgeheißen und deren Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, am 30. April 2011, Gedenktag des hl. Pius V.

William Kardinal Levada
Präsident

Prälat Guido Pozzo
Sekretär

_______________

1 Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben Motu proprio Summorum Pontificum, I: AAS 99 (2007) 777; vgl. Grundordnung des Römischen Messbuchs, 3. Auflage 2002, Nr. 397.

2 Benedikt XVI., Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio über die Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform (7. Juli 2007): AAS 99 (2007) 798.

3 Vgl. CIC, can. 838 §§ 1 und 2.

4 Vgl. CIC, can. 331.

5 Vgl. CIC, cann. 223 § 2; 838 § 1 und § 4.

6 Vgl. Benedikt XVI., Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio über die Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform: AAS 99 (2007) 799.

7 Vgl. CIC, can. 900 § 2.

8 Vgl. CIC, can. 249; II. Vatikanisches Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, 36; Erklärung Optatam totius, 13.

9 Vgl. Benedikt XVI., Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio über die Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform: AAS 99 (2007) 797.

Published in: on 13. Mai 2011 at 21:54  Schreibe einen Kommentar  

Neuer Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker

Erzbischof Fernando Filoni

Ivan Kardinal Dias

Papst Benedikt XVI. hat Erzbischof Fernando Filoni zum neuen Präfekten für die Kongregation zur Evangelisierung der Völker ernannt. Das gab der Vatikan an diesem Dienstag bekannt. Damit wird Filoni Nachfolger des indischen Kardinals Ivan Dias, der das Amt seit 2005 ausübte. Filoni war bisher der sogenannte Substitut im Staatssekretariat des Vatikan, ein Amt, das in etwa dem eines Innenministers entspricht. International bekannt wurde Filoni 2003, als er Nuntius im Irak war. Als einziger ausländischer Diplomat blieb er während des Irakkrieges in Bagdad und wurde mit dem Spitznamen „Nuntius Courage“ geehrt. Nachfolger Filonis als Substitut wird Erzbischof Giovanni Angelo Becciu, bislang Nuntius des Vatikans in Kuba. (rv)

Published in: on 13. Mai 2011 at 21:46  Schreibe einen Kommentar  

Papstreise nach Aquileia und Venedig

Papst auf dem Canale Grande in Venedig

Auf seiner 22. Reise besucht Papst Benedikt XVI. den Norden Italiens, Wiege des Christentums für einen großen Kulturbereich in Österreich, Süddeutschland und Slowenien.

Erste Station: Aquileia, ehemals ein Zentrum der Christenheit, heute nur mehr ein kleine Stadt.
Aquileia ist Grenzland: ein Dorf in der nordöstlichen Ecke Italiens, 20 km von Slowenien entfernt. Keine 4.000 Einwohner – unglaublich, dass hier in der Antike 20.000 Menschen wohnten, dass Aquileia eine der größten Städte im Römischen Reich war und das größte Bistum der jungen Kirche überhaupt, Sitz eines Patriarchen. Vor der Basilika schrauben Arbeiter Gerüste zusammen: letzte Vorbereitungen für den Besuch des Papstes. (rv)

Zweite Station: Venedig, die Lagune und Stadt vieler Päpste.
Die Stadt in der Lagune platzt in diesen Tagen nur so von Touristen aus aller Welt; trotzdem, den Santo Padre wollen die Venezianer, die selbst im 20. Jahrhundert drei Päpste gestellt haben, gebührend empfangen. „Es wird den Menschen des Nordest vor allem gut tun, mal wieder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen“, sagt der Politologe Paolo Feltrin in einer Zeitschrift voraus. „Das verbindende Gefühl in unseren Breiten ist nämlich das, am Rand zu stehen, weit von der Hauptstadt, nah an den Grenzen. Sowohl geographisch wie politisch.“ „Gut, dass noch einmal ein Papst kommt, bevor unsere Stadt untergeht“, scherzt ein Venezianer gesprächsweise. (rv)

Aquileia und Venedig: Der Abschluss der Pastoralreise von Papst Benedikt XVI.
Zum Abschluss seiner Pastoralreise nach Aquileia und Venedig hat der Papst am Sonntagabend im Markusdom Priester und Laien getroffen. Nach Grußworten des Patriarchen von Venedig, Kardinal Angelo Scola, und einer kurzen Zusammenfassung der Reise hat der Papst nach einer Ansprache die neu restaurierte Kapelle der SS. Trinità und im Anschluss daran die Bibliothek des Priesterseminars Marcianum der Erzdiözese Venedig geweiht. Nach einer Rede vor Priesterseminaristen ist der Papst mit einem Motorboot zum Flughafen „Marco Polo“ von Venedig gebracht worden. Von dort ist der Papst am Abend nach Rom zurück gekehrt. (rv)

Papst in Mestre: „Macht Christus zum Zentrum eures Lebens!“
Höhepunkt der Papstreise nach Norditalien war eine Messe mit Gläubigen am Sonntagmorgen in Mestre auf dem venezianischen Festland. Nachdem Benedikt XVI. am Samstag in Aquileia an die historischen Wurzeln des Christentums in der Region erinnert hatte und am Vorabend im Markusdom in Venedig vor den Reliquien des heiligen Markus gebetet hatte, machte er sich am Sonntagmorgen Richtung Mestre auf. Als das päpstliche Boot die glitzernde Lagune gegen 10.00 Uhr überquerte, war der grüne Rasen des San Giuliano-Parks voller als bei einem Rockkonzert. Rund 300.000 Menschen reisten nach Angaben der Organisatoren an, um gemeinsam mit dem Papst den Gottesdienst zu feiern. (rv)

Papst in Venedig: Stadt der Päpste, Brücke der Kulturen
Der Papst gibt sich mobil – nicht zuletzt zeichnet sich die päpstliche Visite in Aquileia und Venedig durch die Vielzahl der Verkehrsmittel aus, die Benedikt XVI. benutzt: Erst Flugzeug und Helikopter, dann Auto und Papamobil und bei seiner Anreise nach Venedig am Samstagabend schließlich – zwar nicht die Gondel, aber zumindest das Motorboot. Mit ein wenig Verspätung traf der Papst in der „Serenissima“ ein: Fast 20.00 Uhr war es, als das holzgetäfelte und hochpolierte päpstliche Motorboot, flankiert vom Gefolge aus Geistlichen und Sicherheitskräften zu Wasser, am Markusplatz anlegte. (rv)

Papst in Aquileia: „Historisches Zentrum einer mutigen Kirche – auch heute Vorbild“
Erste Station des zweitägigen Pastoralbesuches von Benedikt XVI. war am Samstagnachmittag die nordostitalienische Provinzstadt Aquileia. Heute leben dort nicht einmal 4.000 Einwohner, im Mittelalter war Aquileia dagegen Zentrum einer der größten Diözesen Europas. Um kurz nach 16.00 Uhr landete der Papst am Flughafen Triest-Ronchi dei Legionari. (rv)

Published in: on 13. Mai 2011 at 21:26  Schreibe einen Kommentar  

Hl. Johannes von Avila wird möglicherweise zum Kirchenlehrer

Hl. Johannes von Avila (1499/1500 - 1569)

Der heilige Johannes von Avila wird voraussichtlich zum Kirchenlehrer erhoben. Dies teilte gestern, laut der Nachrichtenagentur apic, die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse mit. Johannes von Avila, geboren um 1500 bei Toledo, regte als Prediger viele Christen zu karitativen Werken an, darunter auch spätere Heilige, wie den heiligen Johannes von Gott. Er korrespondierte außerdem mit Ignatius von Loyola und Theresa von Avila. Mehrere Universitäts- und Seminargründungen gehen ebenfalls auf ihn zurück. Paul VI. sprach ihn 1970 heilig. Zum Kirchenlehrer könnte Benedikt XVI. Johannes von Avila bereits diesen August auf dem Weltjugendtag proklamieren. (apic)

Published in: on 13. Mai 2011 at 21:17  Schreibe einen Kommentar  

Sel. Johannes Paul II. in Sebastian-Kapelle umgebettet

Kardinal verehrt neues Grab des Sel. Johannes Paul II.

Der Sarg mit den Reliquien des seligen Papstes Johannes Paul II. ist am Abend des 2. Mai umgebettet worden. Die letzte Ehre erwiesen dem Papst – nach der feierlichen öffentlichen Seligsprechung vom Sonntag und der Dankesmesse vom Montag – diesmal im kleinen Rahmen neun Kardinäle, Bischöfe, Erzbischöfe und Ministranten: Mit einer stillen und doch feierlichen Prozession innerhalb der Petersbasilika, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, wurde der Sarg des polnischen Papstes vom Hauptaltar in die Sebastianskapelle gebracht. Seit der Seligsprechung haben rund 350.000 Pilger dem Seligen in der Petersbasilika die Ehre erwiesen. Sie verharrten im Gebet und legten Briefe und Karten, Blumen, Kerzen und andere Geschenke vor dem Sarg ab. (rv)

Published in: on 13. Mai 2011 at 21:06  Schreibe einen Kommentar  

Kardinal Garcia-Gasco y Vicente kurz vor der Seligsprechung Johannes Pauls II. verstorben

+ Augustin Kardinal Garcia-Gasco y Vicente (1931-2011)

Kardinal Augustin Garcia-Gasco y Vicente ist am Sonntagmorgen in Rom einem Herzinfarkt erlegen. Der Alterzbischof von Valencia war zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. in die Ewige Stadt gereist. In einem Beileidstelegramm an den Erzbischof von Valencia bekundet Papst Benedikt XVI. seine Trauer und sein Gebet für den Verstorbenen. Kardinal Garcia-Gasco y Vicente starb nur wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag. Nach seinem Tod zählt das Kardinalskollegium noch 198 Mitglieder. Von ihnen könnten jedoch nur die 115 unter 80-Jährigen an einer Papstwahl teilnehmen. (kna/rv)

Published in: on 13. Mai 2011 at 20:57  Schreibe einen Kommentar  

Australischer Bischof des Amtes enthoben

Papst Benedikt XVI. hat Bischof William M. Morris die pastorale Leitung des Bistums Toowoomba entzogen. Das teilte der Pressesaal an diesem Montag mit. Bischof Morris hatte sich 2006 in einem Hirtenbrief für die Priesterweihe für verheiratete Männer und für Frauen ausgesprochen. Am Sonntag hatte er allerdings erklärt, er sei missverstanden worden. Er wolle nicht „die Gemeinschaft mit der Kirche“ brechen, so Morris. Über die Entscheidung des Papstes gab der Vatikan nichts Weiteres bekannt. (rv)

Published in: on 13. Mai 2011 at 20:53  Schreibe einen Kommentar  

Kardinal Bertone feierte Dankmesse für die Seligsprechung Johannes Pauls II.

„Johannes Paul II. war ein echter Verteidiger der menschlichen Würde“. Das sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone bei der Dankesmesse an diesem Montag auf dem Petersplatz. Auch einen Tag nach der Seligsprechung waren wiederum mehrere zehntausend Gläubige vor dem Petersdom versammelt.

Die Feier begann mit einer Danksagung des Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz. Im Namen der polnischen Kirche und der anwesenden Gläubigen dankte er für die Seligsprechung von Johannes Paul II.

„Ich hoffe, dass dieses atemberaubende Ereignis zur Stärkung des Glaubens beitragen wird. Auch möchte ich den Italienern für die Sympathie danken, mit der sie Johannes Paul II. aufgenommen haben. Vom Papst aus dem fernen Land ist er sehr rasch zu einem der ihren geworden. Italien ist für ihn eine zweite Heimat gewesen.“

Die Feier leitete der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. In seiner Predigt nannte er den neuen Seligen „ein wahrer Mann des Glaubens“.

„Wir müssen Gott dafür danken, dass er uns einen Papst geschenkt hatte, der der katholische Kirche ein universales Auftreten gegeben und sie zu einer moralischen Autorität auf Weltebene gemacht hat. Danken wir Gott, dass er uns einen Heiligen wie ihn gegeben hat.“

Johannes Paul II. habe sich auch sehr für die Neuevangelisierung, für die Verstärkung der Ökumene und des interreligiösen Dialogs stark gemacht, fügte Bertone an. Er erinnerte daran, dass der polnische Papst den Dialog mit der Jugend aufgenommen habe. (rv)

Published in: on 13. Mai 2011 at 20:50  Schreibe einen Kommentar  

Seligsprechung von Papst Johannes Paul II.

Bereits am Sonnabend hatten die Feierlichkeiten zur Seligsprechung in Rom begonnen. Am Circus Maximus hatten sich rund 200.000 Menschen zur Nachtwache im Gedenken an Johannes Paul II. versammelt. Unter dem Schein tausender Kerzen haben vor allem Jugendliche auf der Pferderennbahn des antiken Roms zur Gebetswache zusammengefunden. Unter ihnen war auch die französische Nonne Marie Simon-Pierre, die über ihre Heilung von der Parkinson-Krankheit berichtete, die ein Gebet an den verstorbenen Papst bewirkt haben

Die Seligsprechung auf dem Petersplatz

Sel. Johannes Paul II.

Mehr als eine Million Menschen haben an diesem Sonntag die Seligsprechung Johannes Pauls II. am Petersplatz gefeiert. Dicht gedrängt standen die Menschen vom Petersplatz zurück bis hinter die Engelsburg.

„Habt keine Angst!“, unter diesem zum Leitwort gewordenen Satz aus der ersten Ansprache Johannes Pauls II. stand die gesamte Feier. Und um 10.37 Uhr war es dann soweit: Zu Beginn der Messfeier, nachdem der Generalvikar für das Bistum Rom, Kardinal Agostino Vallini, den Papst offiziell um die Seligsprechung gebeten und eine Vita des 2005 verstorbenen Papstes vorgelesen hatte, nahm Benedikt XVI. die Seligsprechung vor.

„Wir haben den Wunsch unseres Mitbruders Agostio Vallini entgegengenommen, unseres Generalvikars für das Bistum Rom, und von vielen anderen Brüdern im Bischofsamt und von vielen Gläubigen. Nachdem wir die Meinung der Kongregation für die Heiligsprechungen angehört haben, erlauben wir nun mit unserer apostolischen Autorität, dass der verehrungswürdige Diener Gottes Papst Johannes Paul II. von jetzt an selig genannt werden darf und dass sein Gedenktag an den Orten und nach den Weisen, die das Kirchenrecht festgesetzt hat, jährlich am 22. Oktober gefeiert wird.“(rv)

Seine Predigt zur Seligsprechung begann Papst Benedikt XVI. mit Gedanken an die nun sechs Jahre zurückliegende Beerdigung seines Vorgängers.

„Groß war der Schmerz über den Verlust, aber noch größer war die Erfahrung einer unendlichen Gnade, die Rom und die ganze Welt umfing: die Gnade, die wie die Frucht des ganzen Lebens meines geliebten Vorgängers und besonders seines Zeugnisses im Leiden war. Schon an jenem Tag spürten wir den Duft seiner Heiligkeit ausströmen, und das Volk Gottes hat auf viele Weisen seine Verehrung für ihn zum Ausdruck gebracht. Daher wollte ich, dass sein Seligsprechungsprozess- unter entsprechender Beachtung der Vorschriften der Kirche ziemlich rasch vorangehen konnte. Und heute ist der erwartete Tag gekommen; er ist schnell gekommen, weil es dem Herrn so gefallen hat: Johannes Paul II. ist selig!“ (rv)

Den Abschluss der Seligsprechungsfeierlichkeiten bildete das Gebet des Regina Coeli, Papst Benedikt grüßte die angereisten Pilger noch einmal in verschiedenen Sprachen. Auf deutsch sagte er:

„Der selige Papst Johannes Paul II. steht uns noch lebendig vor Augen, wie er uns die Frische des Evangeliums verkündet und die Barmherzigkeit Gottes und die Liebe Christi in seinem Wirken verkörpert hat. Bitten wir den neuen Seligen, dass auch wir frohe Zeugen der Gegenwart Christi in der Welt sind. Der Frieden des auferstandenen Herrn geleite euch auf allen Wegen.“ (rv)

Published in: on 1. Mai 2011 at 22:37  Schreibe einen Kommentar